«Wir wollen die ersten und aggressivsten sein, die aus der Krise heraus investieren», sagte Finanzchef Nils Chrestin in einem am Dienstag veröffentlichten Gespräch mit Reuters.

Es sei ein revolvierender Kredit (RCF) in Höhe von 80 Millionen Euro abgeschlossen worden - federführend sei Unicredit gewesen. «Es gibt Bereiche, wo eine Konsolidierung Sinn macht. Wir gucken uns das strukturiert an», sagte Chrestin ohne ins Detail gehen zu wollen.

GetyourGuide vermittelt weltweit Reiseführer und Ausflüge beispielsweise für Museen oder Wanderungen und verkauft Eintrittskarten. Die Corona-Krise hat dem Berliner Unternehmen, das mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet wird, schwer zugesetzt. Ein Sechstel der Belegschaft, rund 90 Mitarbeiter, wurde entlassen.

Schon im Herbst Geld eingenommen

Erst im Herbst nahm GetyourGuide insgesamt 114 Millionen Euro durch eine Wandelanleihe auf. «Wir sind jetzt besser kapitalisiert als vor der Krise», sagte Chrestin und verwies auf den «sehr guten» Zugang zu Kapital im Moment. Ein revolvierender Kredit sei zudem viel günstiger, als Kapital bei Investoren einzusammeln.

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Wenn die Reisebeschränkungen fallen und Tourismus wieder möglich ist, will GetyourGuide mit zeitlich getakteten Eintrittskarten, QR-Codes und neuen Touren und Angeboten punkten. Chrestin zweifelt nicht daran, dass es zu einer Wiederbelebung der gesamten Branche kommt: «Die Leute wollen Sachen erleben. Sie wollen rausgehen.»

(reuters/tdr)

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