Nachdem die vormalige HR-Chefin Sophie Guieysse ihren Posten abrupt zur Verfügung stellte, hat Richemont eine Nachfolgerin gefunden. Patricia Gandji soll die Aufgabe übernehmen. Sie ist seit der Firma seit langem verbunden und leitet seit zwölf Jahren das Nordeuropa-Geschäft von Richemont-Tochter Cartier. Sie bleibt parallell verantwortlich für ihre Regionen. Das berichtet «Miss Tweed», ein Portal, das über Hintergründe in der Fashion- und Luxusbranche berichtet.

Gandji geniesse Respekt im Unternehmen, heisst es, mit ihrer Ernennenung sei die Hoffnung verbunden, dass sie die internen Konflikte befrieden könne. Die ehemalige Personalchefin Sophie Guieysse war in Kritik geraten, weil sie einerseits treibende Kraft hinter einer drastischen Erhöhung der Honorare der Konzernleitung um 35 Prozent gewesen sein soll – während andere leitende Manager Lohneinbussen von 20 Prozent und das Personal sogar Bonuskürzungen von 25 bis 50 Prozent hinnehmen mussten.

Richemont-Chef 3,3 Millionen Franken mehr

Auch Richemont-Chef Jérôme Lambert erhielt mehr Einnahmen als im Vorjahr. Gemäss dem Ende Mai veröffentlichten Geschäftsbericht verdiente er im letzten Geschäftsjahr 8,1 Millionen Franken. Das war deutlich mehr als die 5,4 Millionen im Jahr zuvor. Mehrere Stimmen forderten seinen Rücktritt.

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Neben der Ernennung von Patricia Gandji soll das Unternehmen auch entschieden haben, die Boni für die Angestellten in diesem Jahr vollständig zahlen, während die Geschäftsleitung ihre Boni um ein Fünftel kürzt.

(me)