Die Migros nimmt die Kinderregenjacken der Marke Trevolution per sofort aus dem Sortiment - das wurde am Mittwoch bekannt. Grund sind hohe Konzentrationen von gesundheitsschädigenden Weichmachern und polyfluorierten Chemikalien (PFC), über die eine Greenpeace-Studie informiert hatte.

Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten protestierten ausserdem am Migros-Hauptsitz in Zürich und forderten das Unternehmen auf, bis spätestens 2020 alle gefährlichen Chemikalien aus der gesamten Kleider-Produktionskette zu entfernen. Der Detailhandelsriese verteidigte seine Bemühungen um schadstofflose Kleidung in einem Online-Beitrag.

«Wir haben Greenpeace am Mittwoch ausserdem versprochen, nächste Woche eine Antwort zu geben», sagte Migros-Sprecher Urs Peter Naef im Gespräch mit «Handelszeitung Online». Doch damit gibt sich die Umweltschutzorganisation offenbar nicht zufrieden.

Denn Greenpeace legte am Donnerstag nach - und führte dazu Migros-Konkurrent Coop ins Feld: «Als erste Schweizer Firma und 17. Unternehmen weltweit verpflichtete sich Coop gestern dazu, bis 2020 alle gefährlichen Chemikalien aus der Produktionskette zu verbannen», schrieb Greenpeace in einer Mitteilung. Die Migros dagegen habe zwar die beanstandete Regenjacke aus dem Sortiment genommen, würde aber nicht ihre ganze Kleiderproduktion entgiften. 

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«Schon 70 Prozent unseres Sortimentes umgestellt»

Migros-Sprecher Naef hält mit Blick auf die Absichtserklärung von Greenpeace und Coop dagegen: Sein Unternehmen handle, anstatt nur etwas zu versprechen, so Naef. «Wir arbeiten seit 18 Jahren erfolgreich an dem Thema und haben schon 70 Prozent unseres Sortimentes umgestellt», so Naef. «Es wäre interessant zu wissen, wie weit andere da sind.»

Greenpeace schreibt dreweil weiter, man habe «vom Rechtsdienst der Migros einen Brief erhalten, worin diese sich die Einleitung zivil- und strafrechtlicher Schritte vorbehält –wegen Verletzung der Marken- und Persönlichkeitsrechte, wegen unlauterem Wettbewerb und Rufschädigung». 

Natürlich habe die Migros ihren Rechtsdienst eingeschaltet, bestätigt Naef - «wie immer in solchen Fällen». Die Umweltschutzorganisation müsse rufschädigende und falsche Aussagen von ihrer Webseite entfernen.