Kaum eine Brauerei ist so schnell gewachsen, wie die 2007 gegründete Brewdog. Zuletzt vermeldete die schottische Gesellschaft mit mehreren Braustätten auf der ganzen Welt einen Umsatz von 214 Millionen britischen Pfund (Geschäftsjahr 2019). Brewdog beschäftigte damals 1767 Angestellte. Auch hierzulande wird das Bier im Handel vertrieben.

Nun sucht Brewdog eine Liegenschaft in der Region Zürich, wie aus einer Annonce der Immobiliengesellschaft SPG Intercity zu entnehmen ist. Interessant ist: Brewdog plant nicht nur eine Bar, sondern auch eine kleine Brauerei. Dazu werden nicht weniger als 1000 bis 2000 Quadratmeter Industriefläche mit 500 bis 1000 Quadratmetern Aussenbereich gesucht. Die Rede ist von einem «alten Lagerhaus, eine Fabrik oder ähnliches an urbaner oder peripherer Lage».

Am liebsten nahe an der Stadt Zürich

Intercity-Managerin Gabriela Brandenberg bestätigt gegenüber der «Handelszeitung» den entsprechenden Auftrag. Brewdog habe ein grosses Interesse am Schweizer Standort und würde lieber gestern als morgen abschliessen. Die Schweiz sei für Brewdog ein attraktiver Markt. Gesucht werde eine Fläche möglichst nahe an der Stadt Zürich. Am liebsten ein eigenes Gebäude mit Aussenbereich. 

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Man plane eine Bar mit mehr als 30 Zapfhähne, sagt Brewdog-Manager Jack Anderson. Des weiteren sei eine «on-site beer school» geplant. «Die Schweiz ist ein wirklich wichtiger Markt für Brewdog, in dem wir viele Fans haben», sagt er. Man freue sich darauf eine Brauerei mit einer Bar in Zürich zu eröffnen. 

Brewdog hat das Stammhaus im schottischen Ellon und betreibt weitere Brauereien Columbus (Ohio, USA), Brisbane (Australien) und Berlin. Zusätzlich ist ein Teil der von Brewdog betriebenen Pubs mit einer Mikrobrauerei ausgestattet, in der vor Ort Bier für den eigenen Absatz hergestellt wird. Ein solches Konzept ist offenbar auch für Zürich vorgesehen.

Vor ein paar Jahren gab es bereits einmal Bemühungen für einen Standort in der Schweiz. Damals berichtete das St. Galler Tagblatt, Brewdog plane eine Bar in St. Gallen. Offenbar wurden diese Pläne dann aber nicht umgesetzt.

Aktiengesellschaft mit 130'000 Aktionären

Schon früh hatte Brewdog das Kapital für Kleinanleger geöffnet – einerseits, um das Wachstum zu finanzieren, andererseits aber auch als geschickt eingesetztes Marketing-Instrument. Mittlerweile habe man 130'000 Aktionäre, schreibt die Gesellschaft im Prospekt zu einer jüngst durchgeführten Kapitalerhöhung. Allerdings befindet sich die Aktienmehrheit noch immer in der Hand der Gründer. Die wichtigsten Eigentümer waren damals James Watt mit 25 Prozent der Aktien und Martin Dickie mit 22 Prozent. 

Zuletzt warb die Brauerei vor allem mit Bemühungen, den CO2-Fussabdruck zu senken. So soll nicht nur ein effizienterer Kreislauf für Getränkedosen geschaffen werden, sondern auch ein eigener Wald soll die CO2-Emissionen netto auf unter null senken. Brauereien haben traditionell eine eher schlechte Umweltbilanz, da der Brauprozess nicht nur sehr viel Energie, sondern auch viel Wasser verbraucht. 

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