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Schwarzgeld-Paradies USA

Die USA bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, Schwarzgeld zu verschleiern. (Bild: Keystone)

Die Vereinigten Staaten machen im Kampf gegen Schwarzgeld Jagd auf Schweizer Banken. Eine Studie zeigt nun, welches der beiden Länder der wahre Schwarzgeld-Gigant ist - zumindest in Sachen Korruption.

Veröffentlicht am 01.02.2012

Im Steuerstreit mit der Schweiz zwingen die US-Behörden die Bank Wegelin in die Knie. Nur drei Tage später sehen sich Bundesrat und Banken gezwungen, erneut Bankdaten an die Vereinigten Staaten zu liefern. Die aktuellen Ereignisse können den Eindruck erwecken, die Schweiz sei der alleinige Hort des Schwarzgeldes, die USA der ehrenhafte Jäger mit weisser Weste.

Dass dem nicht so ist, zeigt eine aktuelle Studie der Weltbank, die auch das Eidgenössische Finanzdepartement in seinem noch unveröffentlichten «Bericht über internationale Finanz- und Steuerfragen 2012» zitiert.

In ihrer Untersuchung nahmen die Autoren der Weltbank 150 Korruptionsfälle unter die Lupe. Dabei fanden sie 817 Hilfskonstrukte, um Schwarzgeld zu verschleiern - 102 davon in den USA, 91 auf den British Virgin Island und 50 in Panama. In der Schweiz stiessen sie auf 7.  Damit stehen die Vereinigten Staaten auf Platz 1, die Schweiz auf Platz 18, gemeinsam mit Indien und der Isle of Man.

In einer anderen Auswertung ist die Schweiz weiter oben platziert, aber immer noch hinter den USA: Von den 817 Hilfskonstrukten haben 107 eine Bank-Verbindung in die Vereinigten Staaten, 76 in die Schweiz. Auf Platz 3 folgt mit grossem Abstand Grossbritannien mit 19.

Steueroasen in den USA

Auch bei der Frage, wie einfach es ist, ein solches Hilfskonstrukt zu gründen, stehen die USA oben an: Von 102 weltweit untersuchten Zulassungsdienstleistern erfüllten 41 ihre Sorgfaltpflicht bei der Prüfung nur unzureichend - 27 davon aus den Vereinigten Staaten. Von diesen 27 verlangten wiederum nur 3 eine Dokumentation der Identität bei der Firmengründung.

Bereits vor der Studie war bekannt, dass auch die USA ihre Steueroasen haben, allen voran den Bundestsstaat Delaware. Wer hier ein Unternehmen gründet, muss weder anwesend sein noch den Firmenzweck oder die Besitzverhältnisse angeben. Es reicht, einen der zahllosen Incorporation Services zu beauftragen - gerne auch online oder per Fax.

Während Delaware gar keine Information einsammelt, hat Nevada ein Arragement mit der US-Steuerbehörde, dass Informationen nicht ausgetauscht werden. Und auch in Wyoming werden bei einer  Unternehmensgründung Aktionäre nicht registriert.

(tno/rcv)

Die Studie der Weltbank als PDF

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