HSBC Private Bank, die Schweizer Tochter der britischen HSBC, wird in Frankreich wegen einem Verdacht auf unerlaubte Akquisitionen und Geldwäscherei untersucht. Dies teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Im Zusammenhang mit der Untersuchung sei die HSBC Private Bank (Suisse) aufgefordert worden, eine Kaution in Höhe von 50 Millionen Euro zu hinterlegen.

«Wir bestätigen, dass die französischen Behörden formelle Untersuchungen gegen HSBC Private Bank (Suisse) durchführen», schrieb Mediensprecher Patrick Humphris in einer Mitteilung vom Freitag. Dabei werde untersucht, ob die Bank sich zwischen 2006 und 2007 korrekt verhalten habe.

«Mit französischen Behörden kooperieren»

Es gehe um Kunden, welche in Frankreich steuerpflichtig waren, und um die Art und Weise, in welcher die Bank ihre Dienstleistungen in dem Land angeboten habe.

Die Untersuchung folgt auf den Diebstahl von persönlichen Daten von HSBC Private Banking-Kunden in der Schweiz. Die Daten wurden 2010 an die Behörden in Frankreich und Belgien weitergereicht. Die HSBC-Tochter muss sich in Belgien bereits ähnlichen Vorwürfen stellen.

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«Wir werden weiterhin mit den französischen Behörden kooperieren», hiess es in der Mitteilung.

Scharfer Wind in Europa

Ähnliche Vorwürfe wie gegen HSBC Schweiz erhoben die belgischen Behörden diesen Sommer auch gegen die UBS. Der Chef von UBS Belgien wurde Mitte Juni zur Befragung vor einen Untersuchungsrichter zitiert. Der Manager wies alle Vorwürfe zurück. Die Bank erklärte damals, sie arbeite voll mit den Behörden zusammen.

Die schärfere Gangart der Behörden in Europa folgt auf die hohen Strafen, die Schweizer Banken in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehen tragen müssen. So musste die UBS 2009 insgesamt 780 Millionen Dollar zahlen, der Konkurrentin Credit Suisse brummten die USA gar eine Busse von mehr als 2,5 Milliarden Dollar auf. Zahlreiche weitere Schweizer Geldhäuser müssen ebenfalls mit hohen Geldzahlungen rechnen.

(sda/ccr)