Werden wegen Corona weniger neue Marken erfunden? Nein, im Gegenteil. Auch 2021 wurden in der Schweiz erneut mehr Marken registriert. Das zeigt die HZ-Auswertung der auf dem Portal Wirtschaft.ch publizierten Einzelmeldungen. Demnach wurde in der Schweiz im vergangenen Jahr rund 20’100 Marken zur Eintragung angemeldet. Im Vorjahr lag die Zahl bei knapp 19’300.

Auf Rang 1 der aktivsten Markenerfinder liegt weiterhin die Firma von Sandheep Malhotra, über den die «Handelszeitung» schon mehrfach berichtete. Mit 463 Markenanträgen war Malhotras Aktivität jedoch erstmals seit längerem rückläufig. Der frühere Banker verfolgt eine schwer zu durchschauende Strategie mit Konsumgütermarken. Sein selbsternanntes Ziel sind in der Schweiz produzierte Luxusgüter für den asiatischen Markt.

Auch interessant

Den ersten Rang verteidigt Malhotra dennoch deutlich, denn die zweitplatzierte Novartis ist noch stärker stärker zurückgefallen: von 423 auf 228 Einträge. Zugelegt hat jedoch die neu mit 127 Einträgen auf Rang 3 gelegene Philip Morris. Noch im Vorjahr reichte es dem Tabakwaren-Hersteller («Marlboro», «Iqos») erst auf Rang 6. Nachwievor dreistellige Werte haben auch Syngenta und Nestlé (siehe Grafik).

Unter den Top 10 findet sich - nebst der Londoner Marken-Agentur RAETI Ltd und der aargauischen BGRP Gmbh - auch die Detailhändlerin Migros. Coop hingegen liegt wie schon in früheren Jahren weiter hinten auf Rang 21 und wurde gar  vom Online-Händler Amazon überholt, der sich 2021 auf Rang 20 vorgekämpft hat.

Anders als Novartis konnten die beiden Pharmaunternehmen Pfizer und Roche zulegen. Pfizer liegt mit 55 Einträgen (Vorjahr: 10) auf Rang 11, Roche mit 53 (46) auf Rang 13. Vielleicht kein Zufall: Beide waren mit Produkten im Umfeld der Covid-19-Pandemie tätig.

Drei Viertel aus der Schweiz

Unverändert sind die wichtigsten Herkunftsländer: Rund drei Viertel der Einträge stammen von Firmen mit Sitz in der Schweiz. Dahinter folgen USA, Deutschland und China, welches sich 2021 vom fünften auf den vierten Rang verbesserte.

Interessant ist die Entwicklung der Offshore-Destination Malta. Bewegte sich dieses zuletzt noch auf den Rängen zwischen 50 und 60, lag die Mittelmeer-Insel 2021 überraschend auf Rang 15. Verantwortlich dafür ist praktisch ausschliesslich das maltesische Game-Unternehmen Yggdrasil, das mit 63 Markenanträgen insgesamt auf Rang 10 landete.

Innerhalb der Schweiz führt Zürich mit 1628 Einträgen relativ klar die Rangliste an. Dahinter Basel (782), Baar ZG (700) und Genf (644).

Über die Datenquelle

Aus technischen Gründen hat die Handelszeitung nicht direkt auf die Daten des Amts für Geistiges Eigentum (IGE) zugegriffen, sondern auf Meldungen, die von Wirtschaft.ch auf Basis der offiziellen Daten erstellt wurden. Meldungen unterschiedlicher Tochtergesellschaften des gleichen Konzerns wurden so gut wie möglich zusammengefasst, die Zuordnung nach Orten und Ländern geschah aufgrund der hinterlegten Adressen des Markeninhabers.