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Konsum
Schweizer zahlen ein Drittel mehr für die gleichen Kleider

Wer bei Zara oder H&M in der Schweiz einkaufen geht, zahlt für das identische Kleidungsstück ein Drittel mehr als in den Nachbarländern. Konsumentenschützer kritisieren den Preisaufschlag.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 01.12.2014

Herr und Frau Schweizer zahlen mehr für das gleiche Kleid als ihre Nachbarn: Der identische Artikel von H&M, Mango, Vero Moda, Zara oder Esprit kostet hierzulande rund 30 Prozent mehr als etwa in Deutschland oder Österreich. Das hat die Plattform Preisbarometer.ch errechnet.

Dabei sind die Unterschiede zwischen den Herstellern auch noch einmal happig. Vor allem bei Zara müssen die Kunden tief in die Tasche greifen: Das spanische Modelabel schlägt rund 39,1 Prozent drauf, andere nehmen weniger.

Höherer Preis trotz niedriger Mehrwertsteuer

Kleidung ist in der Schweiz dabei teurer als im Ausland, obwohl weniger Abgaben anfallen: Der Mehrwertsteuersatz von 8 Prozent in der Schweiz ist mehr als 10 Prozentpunkte niedriger als in Italien, Österreich, Frankreich oder Deutschland. «Die höheren Preise in der Schweiz sind unbegründet», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS. «Hier wird klar die stärkere Kaufkraft der Schweiz abgeschöpft.»

Die Schweiz hat deutlich mehr zur Verfügung: Im Frühjahr sagte die Gesellschaft für Konsumforschung GfK hierzulange eine Kaufkraft von 37'234 Euro je Einwohner voraus. Österreich und Deutschland dagegen liegen zwischen unter 22'000 Euro. Bei den Preisen liegt die Schweiz aber noch weiter vorn: Sie ist laut einem Ranking der Weltbank das teuerste Land der Welt. Auch wenn die Schweizer im internationalen Vergleich also recht viel Geld ausgeben können – der Einkauf kommt sie oft auch teuer zu stehen.

Auch Wintersportartikel teurer

Das kritisiert auch die SKS. «Die hiesigen Händler werden einem Preisdiktat der Mutterkonzerne unterworfen. Diese verlangen von Schweizer Einkäufern per se mehr», sagt Stalder. Und so müssten die höheren Preise an den Endkunden weitergegeben werden. Auch Wintersportartikel sind in der Schweiz teurer. Der Franzose bezahlt 16 Prozent weniger, der Österreicher immerhin noch 3 Prozent.

Dafür fahren die Schweizer günstiger, sobald es um Elektronik geht: Hier schlagen zum einen die Unterschiede bei der Mehrwertsteuer stärker durch. Vor allem aber wirkt sich hier der freie Wettbewerb im Internet aus: Gegenüber Deutschland und Frankreich ist der Unterschied nicht so stark, doch in Italien nehmen Onlinehändler wie Amazon 38 Prozent mehr wie für die gleichen Artikel in der Schweiz.


 

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