Verleihungen von Trophäen und Preisen sind im Trend. Gekoppelt mit prominenten Rednern aus Wirtschaft und Politik, ziehen sie Hunderte von Gästen an. Zum Beispiel bei den regionalen Verleihungen der Unternehmerpreise durch den Venture Club, wo Sponsoren den bis über 1000 Gästen einen unterhaltsam-informativen Abend, plus Essen und Trinken, offerieren.

Dass solche Events auch gutes Geld wert sind, zeigen die 700 Teilnehmenden am Marketing-Tag im KKL in Luzern. Organisiert wurde er von der Vereinigung Swiss Marketing (SMC), die Otto Ineichen, Unternehmer und Politiker, präsidiert. Den Redenreigen eröffnete Peter Gross, Soziologieprofessor der Universität St. Gallen. Er zelebrierte banale Fakten wie köstliche Eigenkreationen.

Beim Referat von Robin Cornelius, CEO Switcher, waren Kopf, Herz und Bauch beteiligt. Ohne grosse Worte machte der Switcher-Chef klar, dass Transparenz sowie Respekt gegenüber Mitarbeitenden, Konsumenten und der Natur in seiner Firma keine leeren Worte sind. Der Switcher-Gründer pflegt auch in Indien und in China die Balance zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialem Engagement.

Patrick Strumpf, Geschäftsleiter von Pat Says Now, freute sich wie ein kleiner Bub über die Marketing-Trophy. Sein junges Unternehmen hat sich mit bunten, witzigen Computermäusen erfolgreich im Markt positioniert: mit Modellen wie Brain, Velvet Heart, Cow, Ghost oder Travel. Auf die Frage nach seiner Motivation sagte der Jungunternehmer: «Ich wollte keine graue Maus sein.»

Bundesrat Christoph Blocher forderte in seiner Rede auf, «zu sagen, was ist» und «die Wirklichkeit schonungslos zum Massstab zu nehmen». Hinter den Kulissen zum Stichwort «graue Maus» befragt, gestand er: «In der Schweiz gibt es viele graue Mäuse. Ich hätte gerne etwas mehr von einer grauen Maus. Die haben es leichter. Die fallen nicht auf.» Apropos Widersprüche: Hatte der Unternehmer Blocher vor zehn Jahren das Freihandelsabkommen Schweiz–USA nicht ausdrücklich befürwortet? «Das tue ich nach wie vor. Es gilt bloss, einige Passagen besser auszuhandeln, und daran arbeiten wir bereits», antwortete der Bundesrat der BILANZ.

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An einer Tagung im Zürcher «Widder», die vom Europa Institut an der Universität Zürich und der Swiss-American Chamber of Commerce organisiert wurde, kamen sich 120 Wirtschaftsanwälte aus der Schweiz und hohe Richter aus den USA näher. Es lockte das Thema: «Swiss Companies Litigating in US Courts» – Schweizer Firmen, die vor US-Gerichten prozessieren. Auch die Rede von Antonin Scalia, Richter am US Supreme Court, wollten sich die Anwälte nicht entgehen lassen.

In der für den Unternehmerpreis Ostschweiz bunt geschmückten Olma-Halle in St. Gallen warteten über 1000 Gäste auf den Entscheid der Jury, präsidiert von Franziska Tschudi, CEO der Wicor Holding. Zum Gala-Abend hatte sie auch Bruno Gehrig eingeladen. Der Präsident von Swiss Life und Vizepräsident des Roche-Verwaltungsrates sowie Präsident der Swiss-Luftfahrt-Stiftung, hat sich von seinem Hirnschlag gut erholt. Er wurde von vielen Freunden und Bekannten herzlich begrüsst, die sich mit ihm über die Genesung freuten. Nach der Bekanntgabe der Gewinnerin, der auf die Entwicklung und Herstellung von Ultraschalltechnik spezialisierten Telsonic AG, tauten noch die kühlsten Ostschweizer auf. Der Unternehmergeist des von Hans-Ueli Müller präsidierten Swiss Venture Club hat auch die KMU dieser Region erfasst.

Graue oder bunte Mäuse? Beiden sei ein Besuch der farbenprächtigen Matisse-Ausstellung der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel empfohlen und ein Abstecher nach Bern. Die Kunstsammler Rita und Uli Sigg zeigen im Kunstmuseum nach «Mahjong» Arbeiten von Künstler/-innen aus Kanton. Darunter sind viele Neuerwerbungen, die noch nie ausserhalb Chinas gezeigt wurden.

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