Seit fast anderthalb Jahrzehnten kurbelt Christoph Dähler (46) aus Belp BE für die exklusive deutsche Automanufaktur Wiesmann den Verkauf an. «Die Schweiz ist der bedeutendste Exportmarkt für Wiesmann», meint der Chef von Dähler Sportwagen Import und beziffert die Flotte der Boliden in der Schweiz mit «160 bis 170 Autos».

Mindestens ein Roadster der Marke Wiesmann kurvt regelmässig entlang der Gestade des Lago Maggiore, gesteuert von Stefan Breuer (56). Der deutschstämmige Genussmensch hat als Grossgastronom und Geldgeber in Ascona TI Erfolg an der Seite des Sternekochs Ivo Adam (35). Die gelungene Zubereitung der Ristorante-Kette Seven beschert dem Küchenchef und seinem Geldgeber Ruhm und Ehre. Als Mehrheitsgesellschafter der nun insolventen Wiesmann GmbH droht dem Investor Breuer hingegen ein Millionenverlust.

An der geringen Stückzahl montierter Flitzer mit bis zu 555 PS lag es aber wohl nicht, dass Geschäftsführer Rolf Haferkamp (51) jetzt, kurz vor dem 25. Firmengeburtstag, Insolvenz anmeldete. Immense Baukosten für die futuristische Fabrik lasten auf der Gesellschaft. «Die Zerstörung meines Lebenswerks», beklagt jedenfalls Techniker Martin Wiesmann (60), der gemeinsam mit seinem Bruder 1988 die Handwerksfirma startete. Anwalt Norbert Küpper versucht zurzeit als gerichtlich bestellter Insolvenzverwalter zu retten, was zu retten ist. Ob Breuer mit neuen Einlagen an Bord bleibt, wird nicht kommuniziert. Der Multimillionär hatte zunächst über seine Vaduzer Stebre-Holding Anstalt in zwei Raten zwei Drittel der Firmenanteile gekauft und später den Bau einer hypermodernen Manufaktur angeregt.

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Investor Breuer, dessen Familie als Zulieferer von Nutzfahrzeugfabriken mit Sattel- und Anhängerkupplungen ein dreistelliges Millionenvermögen eingefahren hat, dürfte an seinen finanziellen Einsätzen in der Schweizer Wahlheimat deutlich mehr Freude haben.