Richard Laube mimte den Sorglosen. Das Geschäft mit Clear Choice sei global gesehen nicht signifikant, sagte Laube, Chef des Implantateherstellers Nobel Biocare, vor wenigen Tagen. Die ­Implantatezentren Clear Choice setzen ab 2015 auf die Produkte von Konkurrent Straumann unter Chef Marco Gadola und kehren Nobel Biocare den Rücken.

Am Volumen gemessen, mag Laube recht haben. «Der Umsatz mit Clear Choice entspricht einem Betrag im sehr tiefen einstelligen Prozentbereich des Gesamtumsatzes», sagt Nobel-Biocare-Sprecher Süha Demokan, was umgerechnet nicht ganz zehn Millionen Franken des Umsatzes entsprechen dürfte. Doch es ist ein starkes Signal, wenn sich der grösste US-Kunde von Nobel Biocare verabschiedet, zumal der Ex-Nordamerika-Chef von Nobel Biocare nun bei Clear Choice für den Deal verantwortlich ist: Kevin Mosher. Er verliess Nobel Biocare vor fünf Jahren Knall auf Fall, bevor er im September 2013 zum Clear-Choice-CEO aufstieg.

Nobel-Sprecher Demokan will die Sache nicht überbewerten. «Es ist in unserer Branche unüblich, dass eine neue Kundenbeziehung in einer Pressemitteilung vermeldet wird.» Erst kürzlich verklagte Nobel Biocare die Straumann-Tochter Neodent wegen möglicher Patentverletzungen. Womöglich die Retourkutsche.