Es scheint offensichtlich: Die Corona-Krise wird viele Büros überflüssig machen. Ein schöner Teil der Angestellten hat die letzten Wochen von zuhause aus gearbeitet – und die Aufgaben wurden dennoch erledigt.

Jetzt macht es also noch weniger Sinn als zuvor, allen Mitarbeitern ein Pult zuzuweisen. Die Formel «Ein Büroarbeitsplatz pro Mitarbeiter» hat ausgedient – und daher wird die Nachfrage nach Bürofläche zurückgehen. Vor allem die Grossraumbüros hatten in diesen Tagen eine schlechte Presse.

Doch einer sieht es diametral anders: Eric Schmidt, ehemals Konzernchef von Google. Er ist der Meinung, dass besonders rund um die Grossstädte mehr Büros nötig werden. «Ich vermute, dass wir mehr Nachfrage nach Bürofläche haben, nicht weniger, weil die Menschen 'social distancing' wollen», sagte der Manager dem US-Nachrichtensender CBS.

Anzeige

Die Unternehmen müssten flexible Lösungen finden, glaubt Schmidt. «Stellen Sie sich drei Leute vor. Eine Person wird ins Büro gehen. Eine wird daheim bleiben. Und die dritte Person wird zu einem lokalen oder nahen ihrer Stadt gelegenem Arbeitsumfeld gehen. Das wird die Regeln verändern.»

Die Wege müssen kürzer werden

Es gelte, dezentrale Systeme zu entwerfen, dank denen die Menschen nicht so weit pendeln müssten, weil sie nicht viel Zeit im öffentlichen Verkehr verbringen wollten. «Wir müssen unsere Vorstellungen davon anpassen, wie Unternehmen arbeiten», sagte der 65-Jährige.

Schmidt berät New York City in der Frage, wie die Stadt ihre Wirtschaft nach der Pandemie neu aufstellen muss.

Aus Sicht von Schmidt wird die Pandemie das Wachstum der Megacitys vorerst stoppen. Bis jetzt seien die Menschen in diese Grossstädte geströmt. «Das wird sich in den nächsten Jahren ändern. Du musst nicht mehr in der Supercity sein, um an der Ausstrahlung der Supercitys teilzuhaben.»

(mbü)

Anzeige