Der neue Twitter-Chef Jack Dorsey umwirbt die verunsicherte Belegschaft mit einem ungewöhnlichen Geschenk: Twitter-Aktien im Wert von knapp 200 Millionen Dollar aus eigenem Besitz will der Firmenmitbegründer an die Mitarbeiter abtreten, um deren Motivation zu steigern. Wie Dorsey am Donnerstagabend über den Kurznachrichtendienst ankündigte, entspricht dies einem Drittel der von ihm gehaltenen Anteilsscheine. Sie sollen in den Aktien-Pool der Angestellten übergehen.

Damit wolle er «direkt in unsere Leute reinvestieren», erklärte Dorsey, der erst vor wenigen Wochen dauerhaft die Rolle des Konzernchefs übernommen hat. «Ich habe lieber einen kleinen Teil von etwas Grossem als einen grösseren Teil von etwas Kleinem», ergänzte der Manager.

Stimmung unter Mitarbeiter heben

Twitter äusserte sich nicht näher zu dem Schritt. Experten werteten diesen als Versuch, die Stimmung unter den Mitarbeitern zu heben und deren Vertrauen in das Unternehmen wieder zu stärken. Unter dem Druck schwächelnder Geschäfte hatte Twitter unlängst angekündigt, rund acht Prozent der Stellen abzubauen, zudem verliessen mehrere hochrangige Manager die Firma.

Dorsey leitet auch den von ihm mitbegründeten mobilen US-Bezahldienst Square, der an die Börse gehen will. Unter Investoren kamen daher Zweifel auf, ob er die Anforderungen von zwei arbeitsintensiven Chefposten bewältigen kann.

Mit dem ehemaligen Microsoft-Chef Steve Ballmer hat Twitter einen neuen Grossaktionär. Ballmer stieg jüngst mit vier Prozent bei dem Unternehmen ein und ist damit drittgrösster Einzeleigner hinter Twitter-Mitbegründer Evan Williams und dem saudischen Milliardär Prinz Alwalid bin Talal. Twitter-Chef Dorsey hält nach Thomson-Reuters-Daten 3,2 Prozent.

(reuters/ccr)

— Jack (@jack) 23. Oktober 2015