Corona hat das Mediengeschäft und damit auch die TX Group voll getroffen. Der rückläufige Umsatz sowie massive Goodwill-Wertberichtungen führten im Halbjahr zu einem grossen Verlust.

Die Gruppe gibt im stark betroffenen Bereich Bezahlzeitungen nun mit einem umfassenden Kostensenkungsprogramm Gegensteuer. Der Umsatz des grössten privaten Schweizer Medienhauses sank in den ersten sechs Monaten 2020 um 17,7 Prozent auf 431,2 Millionen Franken, wie die TX Group am Dienstag mitteilte. Damit lag das Minus in etwa im Rahmen der Mitte Juli vorab publizierten Erwartung von rund einem Fünftel.

Minus von 100 Milliionen Franken

Operativ rutschte die Gruppe, wie ebenfalls bereits vorgewarnt, in die rote Zahlen. So betrug der Betriebsverlust auf Stufe EBIT 107,5 Millionen nach einem Gewinn von 41 Millionen im Vorjahr. Neben dem Umsatzrückgang belasteten Wertminderungen auf dem Goodwill beim Unternehmensbereich Tamedia im Umfang von 85 Millionen das Ergebnis. Der um Effekte aus Unternehmenszusammenschlüssen bereinigte EBIT wird auf 12,3 Millionen nach 71,1 Millionen beziffert. Unter dem Strich resultierte ein Minus von 109,4 Millionen nach einem Gewinn von 53,6 Millionen.

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«Nach einem guten Start der neu aufgestellten TX Group ins Jahr 2020 wurden die Monate ab März in besonderem Masse von der Corona-Krise überschattet», lässt sich Verwaltungsratspräsident und Verleger Pietro Supino zitieren.

Tamedia-Umsatz bricht massiv ein

Das weiterhin umsatzstärkste Segment «Tamedia», in dem die Bezahlmedien zusammengefasst sind, verlor im ersten Semester 18,6 Prozent an Umsatz und rutschte bereits auf Stufe EBITDA in die roten Zahlen. Die Corona-Krise beschleunige den grundlegenden Strukturwandel der Medien, weshalb mit Blick nach vorne von tieferen Cashflows auszugehen sei. Als Folge davon verbuchte die TX Group bei den Bezahlmedien zusätzlich eine Wertminderung auf dem Goodwill im Umfang von 85 Millionen Franken.

Um für die Zukunft eine nachhaltige Geschäftsbasis zu schaffen, will das Tamedia-Management in den nächsten drei Jahren nun 70 Millionen an Kosten einsparen. Die dafür nötigen Massnahmen sollen in den nächsten Monaten mit den betroffenen Bereichen und unter Einbezug der Sozialpartner erarbeitet werden, so die Mitteilung.

Auch «20 Minuten» schreibt rote Zahlen

Am stärksten traf der Corona bedingte Lockdown indes das Pendlermedium «20 Minuten» sowie die Werbevermarktung. Im Unternehmensbereich «20 Minuten» brach der Umsatz im Halbjahr um 43,5 Prozent ein und das traditionell margenstarke Segment schrieb einen operativen Verlust. Bei Goldbach ging der Umsatz um knapp 22 Prozent und auch hier resultierte ein betrieblicher Verlust. Seit Juni habe sich der Markt indes beruhigt und für das zweite Halbjahr wird mit einer deutlichen Belebung gerechnet.

Doch nicht nur die publizistischen und werbeorientieren Geschäftsbereiche mussten Einbussen hinnehmen. Auch TX Markets mit den grossen Rubrikenplattformen und Marktplätzen wie Jobcloud, Homegate oder Ricardo verlor knapp 7 Prozent an Umsatz und weist eine deutlich geringere Rentabilität als gewohnt aus.

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