Axel Weber war in seinem Element. Das International Institute of Finance (IIF) hatte nach Tokio geladen, und mehr als 1000 hochkarätige Finanzleute hatten sich Anfang Juni im «Grand Hyatt» einge­funden. Für den UBS-Präsidenten ein Termin auf der geliebten grossen Bühne: Vor drei Jahren hatte er auch das Präsidium des globalen Verbandes übernommen, der als beste Networking-Plattform der Finanzbranche gilt. Erst eröffnete er die Kon­ferenz mit einem Panel zum «Global Outlook», dann parlierte er mit dem britischen Notenbankchef Mark Carney so geschliffen, dass sich die ­Zuhörer fragten: Wer ist eigentlich der bessere Notenbanker? Die UBS war kein Thema, der Ex-Bundesbank-Chef glänzte einmal mehr in der Rolle des Weltenerklärers – als bester Chef, den die ­Europäische Zentralbank nie hatte.

Zu Hause ist die Stimmung nicht ganz so gut. Seit sieben Jahren steht der Deutsche an der Spitze der Schweizer Bankenikone, doch so heftig wie jetzt war der Gegenwind noch nie. Erst die leidige ­Nachfolgedebatte um CEO Sergio Ermotti, die er zu Jahresbeginn selbst befeuerte («Wir denken ­darüber nach, wie wir die Bank unseren Nach­folgern übergeben»). Dann die happige Busse von 4,5 Milliarden Euro aus Frankreich, die nicht nur den Ruf des bisher unantastbaren General Counsel Markus ­Diethelm ankratzte, sondern vor allem die UBS-Aktie nach dem schon verheerenden letzten Jahr (minus 32 Prozent) weiter abschmelzen liess – der Titel ist der schlechteste SMI-Wert in diesem Jahr und liegt sogar unter der lange belächelten Credit Suisse.