Die Grossbank UBS hat mit einem Gewinn von fast 1,97 Milliarden Franken das beste Quartalsergebnis seit langem erzielt. Der Aktienkurs sprang am Dienstag darum auf den höchsten Stand seit 2008.

Um etwa 10 Uhr kostete eine UBS-Aktie 20,20 Franken und damit über 6 Prozent mehr als am Vorabend. «Was für ein Jahresauftakt. UBS hat die Erwartungen praktisch auf allen Ebenen übertroffen», sagte ein Händler.

Sowohl das Vermögensverwaltungsgeschäft wie die Investmentbank hat ein deutlich besseres Resultat erzielt als erwartet.

Gewinn um 130 Prozent gestiegen

Gegenüber dem Vorquartal stieg der Gewinn um 130 Prozent, gegenüber dem Vorjahresquartal um 88 Prozent. Damit hat die Grossbank sämtliche Erwartungen deutlich übertroffen. Gemäss einer Umfrage der Finanznachrichtenagentur AWP sind die Analysten im Schnitt nur von einem Konzernergebnis von 1,14 Milliarden Franken ausgegangen.

UBS-Chef Sergio Ermotti zeigt sich entsprechend erfreut. «Wir bewiesen Kundennähe und Risikodisziplin und waren in sämtlichen Unternehmensbereichen und Regionen erfolgreich», lässt sich Ermotti in der Mitteilung zitieren. Die UBS hat dabei die Fachleute mit ihrer Leistung sowohl in der Vermögensverwaltung wie im Investmentbanking überrascht.

Starke Vermögensverwaltung

In der Vermögensverwaltung hat die Grossbank laut Mitteilung mit 1,1 Milliarden Franken den höchsten bereinigten Vorsteuergewinn seit 2008 erreicht. Das ist gegenüber dem Vorquartal aber auch gegenüber dem Vorjahresquartal eine Steigerung um fast 40 Prozent, wobei sich vor allem das internationale Vermögensverwaltungsgeschäft ausserhalb Nord- und Südamerikas deutlich gesteigert hat.

In diesem Bereich ist der Vorsteuergewinn mit 951 Millionen Franken um 47 Prozent gegenüber dem Vorquartal angestiegen und hat damit das beste Ergebnis seit 2008 erzielt. Der Ertrag in dieser Sparte hat laut Mitteilung vor allem dank dem vermehrten Handeln der Kunden mit Wertpapieren zugenommen. Die UBS konnte jedoch auch den Geschäftsaufwand senken.

Die in Nord- und Südamerika separat geführte Vermögensverwaltung steigerte den Gewinn gegenüber dem Vorquartal um einen Fünftel auf 253 Millionen Franken, was ein Quartalsrekord darstellt. Die UBS begründet das vor allem mit der gesteigerten Produktivität der Finanzberater. Sie hätten ein branchenführendes Niveau erreicht.

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Beträchtliche Neugelder zugeflossen

In beiden Vermögensverwaltungssparten sind der UBS im ersten Quartal mit insgesamt 19,2 Milliarden Franken auch beträchtliche Neugelder zugeflossen, wobei die Grossbank nur in der internationalen Vermögensverwaltung das selbst gesteckte Wachstumsziel erreicht hat. Das bereinigte Aufwand-Ertrags-Verhältnis dagegen verbesserte sich in beiden Sparten und lag innerhalb des angestrebten Zielbandbereiches.

Trotz der Einführung von Negativzinsen in der Schweiz hat der Geschäftsbereich mit Unternehmens- und Privatkunden (Retail&Corporate) ebenfalls das beste Quartalsergebnis seit fünf Jahren erzielt.

Investmentbank profitiert vom Auf und Ab der Börsen

Im Investmentbanking, also dem Geschäft mit Wertpapier-Emissionen und -Handel sowie Übernahme- und Fusionsberatungen, erhöhte sich der Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorquartal um 232 Prozent auf 774 Millionen Franken. Das Geschäft hat laut Mitteilung von den stärkeren Schwankungen an der Börse und einer regen Kundenaktivität profitieren können.

Das Ergebnis zeige die Leistungsfähigkeit des neuen kundenorientierte und diversifizierte Geschäftsmodell der Investmentbank, schreibt die UBS.

Geschäft mit Zinsen stagniert

Ein Blick auf die Erfolgsrechnung zeigt dabei, dass die Grossbank über alle Bereiche gerechnet im Geschäft mit Zinsen seit einigen Quartalen stagniert. Der Grund dafür dürfte das rekordtiefe Zinsniveau sein. Das Handelsgeschäft, also der Handel mit Aktien und anderen Finanzprodukten, dagegen boomte. Der Ertrag aus diesem Geschäft verfünffachte sich seit dem letzten Quartal. Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg er um über 60 Prozent.

Mit dem gute Abschneiden im ersten Quartal kann die Bank auch ihr Kapitalpolster weiter ausbauen. So hat die UBS mit einer harten Kernkapitalquote von 13,7 Prozent (CET1) bereits die geforderten Vorgaben von Basel III vollständig umsetzen können.

Auch die Schweizer Vorgabe für die Leverage Ratio sei mit dem Plus von 0,8 Prozent auf 4,6 Prozent bereits erreicht, heisst es in der Mitteilung. Damit sei die Bank nach wie vor die am besten kapitalisierte Bank unter den globalen Grossbanken.

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UBS erhöht die Preise für Konten

Beim Ausblick bleibt die UBS in Anbetracht der schwankenden Devisenmärkte und den anhaltenden geopolitischen Spannungen vorsichtig. Weil sich das Zinsumfeld in der Schweiz aber auch in Europa in naher Zukunft kaum ändern werde, werde die Grossbank die Preise für Konten in der Vermögensverwaltung anpassen, heisst es in der Mitteilung.

Wegen diesen Preiserhöhungen rechnet die UBS damit, dass Kunden Gelder abziehen. Dennoch soll der Bank auch im zweiten Quartal unter dem Strich Gelder zufliessen. Darüber hinaus hält die UBS lediglich fest, dass sie sich weiterhin für die disziplinierte Umsetzung der Strategie einsetzen werde, um den langfristigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen.

(sda/ccr)