Die Grossbank UBS jagt der krisengeschüttelten Rivalin Credit Suisse nicht aktiv Kunden ab. «Wir profitieren nicht aktiv auf ihre Kosten», sagte UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher am Mittwoch auf einer Konferenz. Die UBS betrachte die Credit Suisse als würdigen Konkurrenten, der eine Krise durchmache, die sie aber bewältigen werde. 

«Aber es ist klar, dass auch wir in einer Welt leben, in der die Kunden ihr Geld hin und her bewegen», sagte der frühere Morgan-Stanley-Manager, der sein UBS-Amt im April angetreten hatte. «Wenn also Kunden proaktiv auf uns zukommen, lassen wir sie entweder zu uns kommen oder wir lassen sie zu unseren amerikanischen Konkurrenten gehen.»

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CS-Kundinnen ziehen Gelder ab

Die Credit Suisse hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass die Kunden in einem Zeitraum von rund sechs Wochen rund sechs Prozent ihrer Vermögen oder umgerechnet über 80 Milliarden Franken abgezogen hatten. Auslöser waren Spekulationen über die finanzielle Verfassung der Bank. 

Für viele Reiche und Superreiche, die ein ähnliches Angebot wie das der Credit Suisse suchen, ist die UBS eine mögliche Alternative. Die UBS ist der weltgrösste Vermögensverwalter für Millionäre und Milliardäre. Kelleher erklärte weiter, dass der Barmittelbestand der eigenen Vermögensverwaltungskunden seit der Finanzkrise 2008 nie mehr so hoch war wie gegenwärtig. 

(reuters/mbü)