In China hat sie Nike bereits überholt: die chinesische Sportmarke Li Ning. Jetzt verzeichnet der chinesische Sportmarkenhersteller den grössten Wachstumsschub unter den hundert wertvollsten Marken in China.

So ist Li Ning um 66 Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar gestiegen. Damit verzeichnet die Marke den schnellsten Anstieg in der jährlichen, von Kantar BrandZ erstellten Rangliste. 

Li Ning wurde vom gleichnamigen ehemaligen Kunstturner und olympischen Goldmedaillengewinner 1989 gegründet. Technische Innovationen und patriotisches Styling haben die Marke in China stark vorangetrieben. Wobei das patriotische Styling zu einer wachsenden Welle des Verbrauchernationalismus in China beiträgt.

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Gesamthaft verlieren chinesische Marken an Wert

Der Gesamtwert der hundert grössten chinesischen Marken ist allerdings um 20 Prozent auf 1,24 Billionen US-Dollar gefallen. Schuld sind die unterbrochenen Lieferketten, die steigende Inflation und die Corona-Lockdowns.

So funktioniert die Rangliste von Kantar BrandZ

Für die Rangliste verwendet Kantar BrandZ Finanzdaten und Markenwertforschung, um den Beitrag von Marken zur finanziellen Leistung von Unternehmen zu quantifizieren. Es werden Marken berücksichtigt, die ursprünglich in China gegründet wurden.

Die Marken müssen sich zudem im Besitz eines börsennotierten Unternehmens befinden oder aber die Finanzdaten des Unternehmens, dem die Marke gehört, müssen von einem grossen internationalen Wirtschaftsprüfer geprüft und veröffentlicht werden.

Für sogenannte Einhornmarken – also neue Unternehmen mit einem Wert von mehr als 1 Milliarde in privatem Besitz – muss die letzte Bewertung öffentlich zugänglich sein.

Spitzenreiter des Kantar-BrandZ-Berichts ist Tencent Holdings. Platz zwei nimmt Alibaba Group Holding ein und auf dem dritten Rang landet das Spirituosenunternehmen Kweichow Moutai.

Sportbekleidung liegt weltweit im Trend

In China sind Marken wie Nike und Adidas in den Hintergrund gerückt. Weltweit haben die Sporthersteller aber an Bedeutung gewonnen. Denn während der Pandemie haben viele Menschen die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeitkleidung neu definiert.

Sportbekleidung wird nicht mehr nur für Sport getragen. Von diesem Trend profitieren vor allem Adidas, Nike, Puma und Lululemon: Sie alle haben einen Wertzuwachs von 50 Prozent und mehr erzielt im letzten Jahr, wie aus dem BrandZ-Markenwert-Ranking 2021 hervorgeht.

On-Umsatz wächst auf 523 Millionen Franken

Auch die Schweizer Laufschuhfirma On Running ist im ersten Halbjahr 2022 kräftig gewachsen. Der Umsatz kletterte in der ersten Jahreshälfte um rund zwei Drittel auf 523 Millionen Franken. Vor allem in Nordamerika, aber auch in Japan und Australien sei das Wachstum sehr stark gewesen, hiess es vonseiten des Unternehmens.

Aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise und Produktionskosten sollen On-Schuhe ab 2023 aber teurer werden. 80 Prozent der Produkte in den USA und Europa werden um 10 Dollar respektive 10 Euro angehoben. Für das Gesamtsortiment bedeute dies ein Anstieg von 7 Prozent. Preiserhöhungen in der Schweiz seien derzeit jedoch nicht geplant.

(Bloomberg/awp/bsc)