Zwar gehörte die Schweiz im Februar 2019 zu den ersten Ländern der Welt, in denen der Staat 5G-Frequenzen an die Mobilfunkanbieter versteigerte. Doch heute nutzen kaum mehr als zwei Prozent der Schweizer Bevölkerung 5G.

Die Schuld dafür geben die Branchenvertreter den bestehenden Strahlengrenzwerten für Mobilfunkantennen: Nur mit ihrer Erhöhung lasse sich ein flächendeckendes 5G-Netz einführen.

Sunrise-Chef kritisiert Bundesrat scharf

Doch mit dieser Forderung beissen sie in Bundesbern auf Granit. Nächste Woche empfängt Uvek-Vorsteherin Simonetta Sommaruga die CEOs von Sunrise, Swisscom und Salt in Bern. Keine Frage: Sie werden mit harten Bandagen kämpfen. Im Interview mit dem «SonntagsBlick» griff Sunrise-Chef André Krause den Bundesrat frontal an: Er sei zu passiv und trage eine Mitverantwortung für die Blockade beim Ausbau von 5G.

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Doch selbst wenn die Grenzwerte erhöht würden, sei flächendeckendes 5G in der Schweiz noch lange nicht Realität. Dann werde nämlich für sämtliche Antennen, deren Sendeleistung für die Ausschöpfung des neuen Grenzwerts erhöht werden soll, eine erneute Baubewilligung fällig.

Das bestätigt das Bundesamt für Umwelt auf Anfrage von SonntagsBlick. 20'000 Antennen stehen heute im Land. Kein Zweifel: Es wird Einsprachen am Laufmeter hageln.  

So verfahren ist die Situation bei 5G in der Schweiz

Die Schweiz hatte bei der neuen Mobilfunkgeneration eine Pionierrolle inne. Doch die Widerstände gegen 5G wachsen. Mehr hier.

(gku)