Diesen Sommer zogen sich Hunderte von Unternehmen von Facebook, Youtube und Twitter zurück. Sie wandten sich damit gegen den zunehmend toxischen Inhalt auf den Social-Media-Plattformen: Hassreden, Fake News und aggressive Kommentare sind nicht ein gutes Umfeld, um Produkte anzupreisen.

Nun erlahmt dieser Werbeboykott, an dem sich Grosskonzerne wie Unilever, Mars oder Nestlé beteiligten: Facebook und seine Videoplattform Youtube sowie Twitter haben sich gegenüber der Global Alliance for Responible Media (GARM) zu Reformen verpflichtet. GARM ist eine 2019 von grossen Werbetreibenden gestartete Initiative, um Hassreden auf Sozialen Medien zu unterbinden – auch Nestlé ist dabei.

«Um die Krise zu meistern, muss Facebook auf Angriff gehen»

«Zögerlich und planlos»: Social-Media-Profi Manuel Nappo kritisiert Facebooks Antwort auf den Werbeboykott. Sein Tipp: In die Offensive gehen.

«Wichtige Wegmarke»

Der neue Deal definiert Massnahmen, um solche unerwünschte Inhalte auf den Plattformen zu unterbinden. Er sieht beispielsweise vor, dass externe Prüfer die Standards kontrollieren und die Konzerne mehr Kontrolle darüber erhalten, wo ihre Werbung zu sehen ist.

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Es sei «eine wichtige Wegmarke, um das Vertrauen zurückzugewinnen», sagte die Marketingchefin von Mars, Jane Wakely, der «Financial Times». Der Vizechef von Unilever, Luis di Como, sprach von einem «wichtigen Schritt in die richtige Richtung».

(mbü)