Das imposante Backsteingebäude an der Seestrasse 513 in Wollishofen brachte seinen letzten Mietern wenig Glück: Letzten Dezember fiel Werber Reinhold Weber die Treppe hinunter, was ihm drei Wochen Krankenhausaufenthalt einbrachte; eine Woche später schlitterte seine hier domizilierte Werbeagentur Weber, Hodel, Schmid (WHS) hinterher und in die Pleite. Bereits in den Neunzigerjahren hatte die Werbeagentur GGK Zürich im gleichen Gebäude ihren Niedergang erlebt.

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Vielleicht lag es daran, dass die ehemalige Sonnenölfabrik seither leer stand, oder an der stolzen Monatsmiete von rund 30 000 Franken. Jetzt hat die Stadt Zürich einen neuen Mieter gefunden: Im September wird die Unternehmensberatung Arthur D. Little von Thalwil nach Wollishofen zügeln. Nicht nur dass das 1200 Quadratmeter grosse Gebäude repräsentativer ist und praktischer für Kundenbesuche. ADL kann auch den zusätzlichen Platz brauchen: In den letzten Monaten hat die drittgrösste Unternehmensberatung der Schweiz (30 Millionen Franken Umsatz) die Anzahl der Partner von vier auf acht verdoppelt.

Neu an Bord sind Markus Breitenmoser, bisher Partner der A&A Actienbank des verstorbenen Ernst Müller-Möhl, Leo Brecht, bislang Managing Director bei Bearing Point, sowie der intern beförderte Philipp Hartmann.

Besonders bemerkenswert ist der Neuzugang von Carlos Ammann. Der hatte vor sieben Jahren die Schweizer Niederlassung von Roland Berger gegründet und sie seither geleitet, die letzten Jahre zusammen mit Martin Wittig. Kurz nachdem Wittig letzten Juli ins vierköpfige weltweite Executive Committee berufen worden war, an das Firmengründer Roland Berger die operative Leitung seines Unternehmens abgegeben hatte, nahm Ammann von sich aus den Hut.

Über die Gründe des Abgangs hüllen sich beide Seiten in Schweigen. Aus unternehmensnahen Kreisen heisst es, zwischen Ammann und Martin Wittig sei es zu Meinungsverschiedenheiten bezüglich Strategie und Führung der Schweizer Niederlassung gekommen. MK