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Fruchtbar
Zehntausend Babys und Geld von der Credit Suisse

Ava Armband
Armband und App: Erfolgsartikel Fruchtbarkeitstracker. Quelle: ZVG

Ein Armband, das fruchtbare Tage misst: Zehntausend Babys sind mit Hilfe von Ava entstanden. Nun steigen weitere prominente Geldgeber ein.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 30.05.2018

Die letzte Erfolgsmarke ist noch gar nicht lange her, da folgt bereits die nächste: Zehntausend Babys weltweit sind bereits mit Hilfe der Sensortechnik von Ava auf die Welt gekommen, meldet das Unternehmen am Mittwoch. Ende Februar war das erste aus der Schweiz darunter, wie handelszeitung.ch berichtete.

Eine erfreuliche Bilanz für das junge Unternehmen, das 2014 von vier Gründern in der Schweiz gestartet wurde und sein Fruchtbarkeits-Armband 2016 auf den Markt brachte. Und die Zeichen stehen auf Höhenflug: Das Startup konnte in seiner zweiten Finanzierungsrunde 30 Millionen Dollar einsammeln, wie es ebenfalls in der Firmenmitteilung heisst.

«Viele interessante Optionen»

«Wir hatten das Glück, dass wir viele interessante Optionen hatten», sagt Mitgründer Pascal Koenig gegenüber handelszeitung.ch. Auch aus diesem Grund sei die Finanzierungsrunde grösser ausgefallen als zu Beginn geplant, was schnelleres Wachstum erlaubt. Dennoch habe man Mass halten wollen, um das Firmenwachstum solide zu steuern. Das Geld stammt darum zum einen von den Geldgebern, die bereits in der ersten Finanzierungsrunde dabei waren. Dazu zählen die Swisscom, die ZKB, Polytech Ventures und BlueOcean Ventures.

Eine Minderheitenbeteiligung steuern ausserdem zwei neue Kapitalgeber bei: Btov und SVC, ein Anlagevehikel der Credit Suisse. «Das Engagement in Ava zeigt das grosse Potenzial, das wir dem Unternehmen für das weitere Wachstum zutrauen», sagt Didier Denat, Leiter Firmenkunden & Investment Banking der Credit Suisse Schweiz. «Es ist Ava gelungen, ein für Frauen grundlegendes Thema mit technologischer Innovation, Big Data und Machine Learning zu verknüpfen.»

Ava gewinnt gute Mitarbeiter

Das von Ava lancierte Armband trifft den Zeitgeist. Es misst bei Frauen im Schlaf mehrere Daten wie Körpertempratur, Ruhepuls und Schlafqualität und bestimmt auf dieser Grundlage die fruchtbaren Tage im Monat. Paare beim Kinder bekommen zu unterstützen ist auch eine attraktive Unternehmensvision für potenzielle Mitarbeiter. «Wir bekommen viele wirklich gute Bewerbungen», sagt Pascal Koenig. Das helfe beim erwünschten Wachstum – bei derzeit 80 Mitarbeitern wolle man aktuell mindestens zehn bis 15 weitere einstellen. Auch ein weiterer Standort ist geplant.

Beim Recruiting helfe die mediale Aufmerksamkeit, die die Firma erhält, sagt Koenig. Bekannt ist etwa Mitgründerin Lea von Bidder. Die 28-Jährige – sie feierte im März Geburtstag – schaffte es jüngst auf die «Forbes»-Liste der 30 wichtigsten Jung-Entrepreneure. Im Unternehmer-des-Jahres-Ranking der «Handelszeitung» belegte sie Platz zwei. Nur EMS-Chefin Magdalena Martullo Blocher war besser.

Ava-Armband als Verhütungsmittel

Mit Hilfe des neuen Kapitals soll nun die nächste Wachstumsphase angegangen werden. Das Geld soll vor allem in Forschung und Entwicklung fliessen. In Zukunft soll das Ava-Armband Frauen während der gesamten Schwangerschaft helfen, ihren Körper zu beobachten.

Vor allem aber soll es mittelfristig auch als Verhütungsmittel dienen. Hier will man mit Bedacht vorgehen und sich Zeit lassen für solide wissenschaftliche Forschung. Ava warb Anfang Jahr die renommierte Wissenschaftlerin Maureen Cronin bei Bayer Schering ab, die ihren Schwerpunkt bei der Empfängnisverhütung hat. Derzeit führt Ava mehrere medizinische Studien parallel durch, auch zu diesem Thema.

Globale Ambitionen

Koenig sagt: «Die langfristige Vision von Ava ist, Frauen mittels datengestützter, klinisch erprobter Technologie durch die gesamte reproduktive Lebensphase zu begleiten. Sei es bei der Verhütung, beim Schwangerwerden, beim Übergang in die Menopause oder einfach beim besseren Verstehen des eigenen Körpers.»

Ava denkt dabei durchaus global – und begrüsst auch in diesem Zusammenhang den Einstieg der Credit Suisse. Firmenchef Patrick Koenig betont zwar: «Es ist zu früh, an einen IPO zu denken.» Das heisst aber nicht, dass diese Perspektive für immer ausgeschlossen bleiben muss.

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