Die Zürcher Kantonalbank wird in Kürze auf Guthaben bestimmter Grosskunden Negativzinsen von 0,75 Prozent einführen. Das teilt heute das Institut mit. Damit reagiere man auf das aussergewöhnliche Marktumfeld nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses.

Negativzinsen für Kleinsparer und Kleinunternehmen seien nicht vorgesehen, solange die Schweizer Nationalbank ihre Politik nicht verschärfe, so die ZKB. Allerdings müsse mit einer Konditionenanpassung bei Spar- und Kontoprodukten gerechnet werden.

Ab heute gilt Negativzins der SNB

Derweil denkt auch die Postfinance laut über Massnahmen nach dem SNB-Entscheid nach. In welche Richtung es gehen wird, bleibt aber derzeit noch unklar. «Bei grossen Geschäftskunden und Banken behalten wir uns vor, auf dem Guthaben, das den kundenindividuellen Schwellenwert überschreitet, Massnahmen festzulegen», sagt Johannes Möri, Mediensprecher bei der Postfinance. Unter den Massnahmen werde unter anderem die Einführung einer Guthabengebühr verstanden.

Der Negativzins der Schweizer Nationalbank (SNB) gilt ab heute. Der Griff von SNB-Präsident Thomas Jordan zu diesem Mittel zeigte bereits Folgen: Credit Suisse und die Privatbank Lombard Odier haben angekündigt, Strafzinsen für ihre Grosskunden einzuführen. Die Migros Bank denkt laut darüber nach, Postfinance und die UBS halten einen solchen Schritt offenbar ebenfalls für möglich.

Die ZKB zählt ebenfall zu den Schweizer Finanzinstituten, die auf ihren Girokonten bei der SNB einen Negativzins zahlen müssen.

(dbe/ama)
 

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