Es ist Aufgabe der Gläubiger, bestehend aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfond (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB), die Hilfszahlungen zu überwachen und sie akribisch zu kontrollieren.

Die Verantwortlichen müssen professionelle Revisionen als festen Bestandteil in der griechischen Verwaltung etablieren. Die verkrusteten Strukturen in den Behörden und der staatlichen Verwaltung müssen aufgebrochen und neu organisiert werden. Steuern und Steuererhöhungen müssen nicht nur festgesetzt, sondern auch unnachgiebig eingetrieben werden.

Chance muss gepackt werden

Die Reformzusagen müssen jetzt mit Fristen umgesetzt werden, dabei darf es nicht erneut zu Verzögerungen kommen. Die EU hat bei der Umsetzung der Sparmassnahmen Hilfen und Unterstützung zugesagt. Dies ist auch dringend geboten, da die Verwaltungen mit den Neuerungen total überfordert sind.

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Falls die Wähler in Europa der Ansicht sind, dass Griechenland wiederholt die Reformen nicht einlöst oder torpediert, werden die verantwortlichen Politiker von den Wählern beim Urnengang abgestraft. Auch soziale Unruhen werden dann an der Tagesordnung sein, da Europa zu erodieren droht.

Drachme als Heilmittel

Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wäre dann nur folgerichtig, verbunden mit einem Schuldenschnitt. Die Hellenen könnten sich mit der Drachme-Währung wirtschaftlich wieder gesunden und eines Tages erneut Anschluss an die Eurozone finden. Das Ausscheiden auf Zeit würde den Hellenen auch die Chance geben, sich in vielen Bereichen zu reformieren, nicht nur in der Verwaltung sondern auch in der Wirtschaft sowie in den Unternehmen. Für ausländische Investoren würde Griechenland als Standort wieder attraktiv.

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