Das Schengen-Abkommen über freie Grenzen wurde im Jahr 1985 auf einem Schiff zwischen den europäischen Partnern besiegelt worden. Europa sollte somit zu einem Kontinent ohne Landesgrenzen zusammenwachsen. Dieser Traum von einem geeinten Europa hat die Berliner Regierung innerhalb von Monaten schwer beschädigt und die poltische Meinung zerrüttet.

Inzwischen wird an den Grenzen wieder kontrolliert, aber nicht nur Personen, sondern der komplette Güterverkehr in Europa wird ebenfalls überprüft. An den jeweiligen Landesgrenzen stauen sich inzwischen die LKW-Kolonnen mit Gütern, die für die Herstellung und Verarbeitung benötigt werden. Das verlängert die Lieferzeiten und erhöht darüber hinaus die Personalkosten. Die Just-in-Time-Produktion, also die kostengünstige Lagerzeitverkürzung, wird somit in den europäischen Fabriken obsolet.

Ende für EU und Euro

Der angerichtete Schaden hat das Kanzleramt weitgehend zu verantworten. Mit der Politik der endlosen und nicht gesteuerten Aufnahme von Flüchtlingen wurde das Chaos ausgelöst, weil es keinen Plan gab. Bisher konnte nicht einmal im Ansatz eine Lösung für diese leichtfertige Politik gefunden werden.

Europa könnte durch die Aufgabe des Schengen-Bündnisses auseinandergetrieben werden. Falls das Abkommen auseinanderbricht, wäre dies das Aus für ein zusammenwachsendes Europa über Jahre hinaus. Aber auch die Eurowährung würde nicht überleben und die ehemaligen Landeswährungen würden dann nach kurzer Zeit wieder eingeführt werden.

Die Werte, die Europa über Jahre politisch zusammengeschweisst haben, wurden nicht nur in Frage gestellt, sondern teilweise aufgeweicht. Was deutsche Politiker mit ihren europäischen Kollegen in teils mühsamer Kleinarbeit über Jahrzehnte zusammengetragen haben, wurde innerhalb von einigen Monaten zerstört.

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Pessimistischer Ausblick auf Weltwirtschaft

Die Bevölkerung in Deutschland hat das Vertrauen in diese Politik verloren. Die Wirtschaft in Deutschland und auch in einigen europäischen Ländern ist noch robust, die Auftragsbücher sind gefüllt, jedoch klagen die Unternehmen über mangelnde Folgeaufträge. Dies könnten erste Anzeichen dafür sein, dass die Weltwirtschaft nicht mehr dieselbe Durchschlagskraft hat wie in den vergangenen Jahren.

Die Orders in den Fabriken zeigen, wie sich die Wirtschaft in den kommenden zwölf Monaten entwickelt. Gehen diese zurück, so könnte sich eine Spirale nach unten entwickeln. Falls noch eines Tages die Wirtschaft ermattet und in eine Rezession schlittert, wären soziale Unruhen europaweit vorprogrammiert.

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