Seien es künstliche Intelligenzen wie Chat GPT, seien es das Metaverse, NFT oder New Work – aktuell prasseln so viele neue Technologien, Trends und Social-Media-Hypes auf uns ein, dass man glatt überfordert sein könnte. Jetzt aber nur nicht den Kopf in den Sand stecken. Sondern kurz einatmen, evaluieren und dann entscheiden, was relevant ist – und was eben nicht. Denn nicht jeder Trend ist unbedingt matchentscheidend.

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Wichtig ist, dass jede und jeder für sich entscheidet, was er oder sie benötigt und was nicht. Es ist beispielsweise gerade in, ein KI-Tool für die Personalabteilung einzusetzen. Nur: Ist das Tool wirklich nötig? Und ist es bereits so weit ausgereift, dass es Sinn macht, bestehende Abläufe mit einem unbekannten Programm ersetzen zu wollen? Klar, von aussen sieht es hip aus, wenn man bereits fortschrittlich mit KI arbeitet. Doch ob es sich wirklich lohnt, so schnell aufzuspringen und direkt etwas einzusetzen, das gilt es abzuwägen.

Aber aufgepasst – wie bei einer Waage ist auch die Gegenseite nicht das Ziel. Wer sich neuen Trends von Beginn weg verschliesst, riskiert, auf dem Abstellgleis stehen zu bleiben. Ein bisschen Offenheit und Neugier muss sein, denn sonst bleibt die Firma stehen. Gerade Führungskräfte dürfen technologische und organisatorische Änderungen nicht verpassen.

Keine Innovation, keine Motivation

Sie machen sich angreifbar, wenn sie relevante Fortschritte verschlafen – etwa weil das Produkt veraltet und nicht weiterentwickelt wird. Noch schlimmer aber, weil Arbeitnehmende kündigen, da sie andernorts eine modernere Infrastruktur erwartet. Heutzutage möchte niemand für Firmen arbeiten, die zögerlich wirken oder stets die Letzten sind.

Das ist eine Herausforderung für Vorgesetzte. Sind sie gegenüber allem Neuen skeptisch, ängstlich oder kritisch, wirkt das demotivierend auf das Team – die durchaus Interesse an neuen Technologien haben können. Erhalten sie aber bei jedem Vorschlag ein vordefiniertes Nein, dann werden sie in naher Zukunft nicht mehr mitdenken und nicht versuchen, das Unternehmen in die Zukunft zu begleiten.

Kleine, aber feine Auswahl an Tools

Springt aber auch eine Führungsperson auf jeden neuen Trend auf, dann ist das für die Angestellten ermüdend bis gar obsolet oder ziellos. Und nicht zuletzt kommt es die Firma teuer zu stehen – teuer, weil neue Produkte ein anderes Preisetikett tragen, teuer, wenn das eingesetzte Produkt nicht taugt und unnötige Ressourcen verbrennt.

Es ist verständlich, wenn bei der Masse an Informationen, Angeboten oder Diskussionen die Lust auf Veränderung vergeht. Aber eben, Veränderungen sind die Essenz des Lebens. Es bringt grössere Befriedigung und Erfolg, wenn man mitgestaltet. Doch wie man mitgestaltet, das soll wohlüberlegt sein.

Alexia Hungerbühler ist Mitgründerin von Women for the Board, einem Netzwerk von Frauen, die sich für Verwaltungsrats- und Stiftungsratsmandate interessieren.