Künstliche Intelligenz (KI) und Big Data können dazu beitragen, Gesellschaft und Wirtschaft demokratischer und innovativer zu gestalten. Doch das erfordert ein Umdenken und ein neues Gesellschaftsmodell, sagt Dirk Helbing, Professor für computerbasierte Soziologie an der ETH Zürich

In Zukunft werden die Menschen in Projekten arbeiten, um die grossen Herausforderungen unserer Zeit lösen zu können. Nachhaltigkeitskrise und Klimawandel, aber auch die Transformation des Finanzsystems, können nicht von Politik und Wirtschaft alleine bewältigt werden. 

Die Digitalisierung biete enormes Potenzial: Noch nie war es so einfach, sich miteinander zu vernetzen und zu organisieren. Digitale Plattformen ermöglichen eine Mitmachgesellschaft, in welcher jeder einzelne mit Kreativität und Engagement zur Lösung globaler Probleme beitragen kann. 

Technologischer Totalitarismus 

Die westliche Welt habe es jedoch bisher versäumt, sich digital «upzugraden», sagt Dirk Helbing. Die Gefahr bestehe, dass wir auf eine datengetriebene, KI-kontrollierte Gesellschaft zusteuern. Ein Beispiel für die totale digitale Überwachung durch den Staat ist der «Social Credit Score», welcher im kommenden Jahr in China eingeführt wird.

Dirk Helbing, Professor ETH Zürich

Dirk Helbing: Professor für Computational Social Sciences an der ETH Zürich.

Quelle: Davide Caenaro
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