Führungskräfte und Menschen mit einem Hochschulabschluss haben im vergangenen Jahr erneut am meisten verdient, wobei das angestellte Verhältnis gegenüber der Selbständigkeit lukrativer war. Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen bleibt drastisch.

Die angestellten Führungskräfte verdienten 2018 am besten. Der Median liegt in dieser Berufsgruppe bei 106'000 Franken, unabhängig vom Beschäftigungsgrad, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Statistik zu den Erwerbseinkommen des Bundesamt für Statistik (BFS) hervorgeht. Das heisst, für die eine Hälfte der Erwerbstätigen liegt das Einkommen über diesem Wert, für die andere Hälfte dagegen unterhalb.

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Auf Platz zwei und drei folgen «Akademische Berufe» sowie «Techniker und gleichranginge Berufe» mit einem Median-Einkommen von 83'000 Franken beziehungsweise 73'500 Franken.

Fast 30'000 Franken weniger

Am wenigsten im Geldbeutel hatten hingegen angestellte Hilfsarbeitskräfte mit 32'700 Franken. Auf zweitletztem Platz rangieren Anlagen- und Maschinenbediener, diese hatten mit 68'000 Franken aber bereits mehr als doppelt so viel.

Unter den Selbständigen ist die Rangfolge der Berufsgruppen dieselbe. Allerdings verdienten Führungskräfte und Menschen mit akademischen Berufen lediglich 78'000 beziehungsweise 72'000 Franken. Die selbständigen Hilfsarbeiter bekamen mit 43'100 im Median hingegen mehr Lohn als die angestellten.

ie Chefs verdienen mehr, die tieferen Einkommen stehen unter Druck

Die Lohnschere zwischen Managern und tiefen Salären geht weiter auf. Am grössten ist sie bei einer Grossbank und einem Pharma-Konzern. Mehr dazu hier.

Dabei verdienten Männer insgesamt deutlich mehr als Frauen. So erhielten angestellte männliche Führungskräfte 121'500 Franken, Frauen mit gleicher Position hingegen lediglich 80'000 Franken. Dieses Bild zeigt sich durch alle Berufsgruppen hinweg: Insgesamt stehen 81'000 Franken bei den angestellten Männern 52'400 Franken bei den Frauen gegenüber. In der Selbständigkeit ist der Lohn-Unterschied zwischen den Geschlechtern im Mittel sogar noch prekärer.

30 Prozent der Männer in Vollzeit mit über 100'000 Franken

Es gibt wenige Ausnahmen: Wird lediglich die Teilzeitarbeit betrachtet, sind Frauen im vergangenen Jahr als angestellte Bürokraft, Verkäuferin, Maschinenbedienerin oder Hilfsarbeiterin auf ein höheres Median-Einkommen gekommen. Die Unterschiede sind aber vergleichsweise gering: Zum Beispiel verdiente eine in Teilzeit angestellte Bürokraft oder kaufmännische Angestellte im Mittel 40'300 Franken, während das männliche Pendant auf 38'800 Franken kam.

Insgesamt über alle Berufsgruppen hinweg kommen aber auch angestellte Frauen in Teilzeit auf ein geringeres mittleres Einkommen von 38'500 Franken gegenüber 45'500 Franken.

In Prozent macht bei Männern in Vollzeit «ein Einkommen von 104'000 Franken pro Jahr oder mehr» fast 30 Prozent aus, bei den Frauen macht diese die höchste Einkommenskategorie lediglich gut 15 Prozent aus. Auf die tiefste Einkommensstufe - 0 bis 26'000 Franken - kommen unter den Männern hingegen nur knapp 2 Prozent. Bei Frauen macht diese Kategorie 5,4 Prozent aus.

Das jährliche Einkommen ermittelt das BFS auf der Basis des von der befragten Person angegebenen Betrags. Der Stundenlohn wird auf einen Jahresbetrag umgerechnet. Berücksichtigt werden sowohl Schweizer als auch Ausländer, deren Wohnsitz ganzjährig in der Schweiz ist.

(awp/ccr)