Es ist der letzte Schritt der Ablösung: Mit dem Verkauf ihrer restlichen Beteiligung von 19,9 Prozent und dem Wegfall ihres Namens hat die Hamburger Privatbank Berenberg ihre einstige Schweizer Tochter vollständig in die Eigenständigkeit entlassen. Die grössten Einzelaktionäre sind die langjährigen Verwaltungsräte Adrian Keller und Michael Pieper, die je 24 Prozent an der neu als Bergos AG firmierenden Privatbank im Zürcher Seefeld halten.

Weitere grosse Aktionäre sind Kaffee-Spross Andreas Jacobs und der Hamburger Bankier Claus Budelmann mit je zehn Prozent. Der Rest verteilt sich auf die Berenberg-Erbin Sylvie Mutschler-von Specht und das Management um CEO Peter Raskin, neu stossen die hanseatischen Kaufleute Hendrik de Waal und Hans-Wilhelm Jenckel dazu.

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Viele Kunden aus der Schifffahrt

Die Bank mit Niederlassungen in Zürich und Genf verwaltet 6,5 Milliarden Franken und zählt traditionell besonders viele Kunden aus der Schifffahrt. Viele von ihnen haben klassische Bankbeziehungen mit dem langjährigen Mutterhaus. Der Kooperationsvertrag mit Berenberg in Hamburg bleibt dann auch trotz der Kapitalablösung bestehen. Die Traditionsbank hatte vor zwei Jahren bereits 80,1 Prozent abgestossen, um sich stärker auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Besonders für den Grossaktionär Michael Pieper ist die Bank eine Herzensangelegenheit. Der CEO der Beteiligungsfirma Artemis (Franke, Forbo, Rieter) hatte in jungen Jahren als Banker bei der Philadelphia National Bank (heute Wells Fargo) begonnen. Die Amerikaner halfen den Hamburgern Mitte der sechziger Jahre mit einer Geldspritze und übernahmen zehn Prozent. Pieper hielt den Kontakt nach Hamburg.

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