Am Samstag, dem 12. September, um 20.53 Uhr sickerten die ersten Gerüchte durch. «Gilead ist dabei, Immunomedics für 20   Milliarden Dollar zu kaufen», schrieb Dow Jones Newswires. Zwei Minuten ­später twitterte das «Wall Street Journal» dieselben Gerüchte um die Welt. Bereits am Sonntag um Punkt 21.00 Uhr ging die Bombe hoch. Der US-Pharmakonzern ­Gilead Sciences legte für die mittelgrosse Biotech-Firma aus Boston 21   Milliarden Dollar auf den Tisch. Als die Börsen am Montag eröffneten, lag die Immuno­medics-Aktie um 109 Prozent im Plus. Der Wert des Unternehmens hatte sich übers Wochenende um zehn Milliarden Dollar erhöht. Noch vor drei Jahren hatte Immunomedics einen mit maximal 2,25 Milliarden Dollar dotierten Lizenzdeal abgelehnt.

Die Chancen, die in Biotechnologie-­Investments schlummern, waren schon immer gross. In der Covid-19-Krise wird den Menschen die Bedeutung der Forschungsprojekte, die für gewöhnlich still und leise in Labors und Kliniken voran­getrieben werden, auf einen Schlag bewusst. Medikamente zur Behandlung von Covid-19-Patienten wie Remdesivir, Gileads umstrittener Antikörper, der Donald Trump so rasch wieder auf die Beine geholfen haben soll, machen Schlagzeilen. In Labors zuhauf entwickelte Impfstoffe sollen zur Normalität zurückführen.