Es duftet nach Handdesinfektionsmittel, Calendula-Salbe und Stilltee. Im Arm der jüngeren Schwester schläft der neugeborene Neffe. Kahlköpfig, pausbäckig und perfekt. Alle Ratschläge zu Windelausschlag und Einschlafritualen wurden – ja, natürlich ungefragt – längst erteilt. Kommen wir zu den wichtigen Themen: Wie legst du jetzt während der Babypause dein Geld an? Undwenn du mit reduziertem Pensum wieder arbeitest, musst du deine Anlagestrategie überdenken, oder?

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Die Biografien von Frauen sehen anders aus als die von Männern. Babypausen, Teilzeitpensen, Jobs mit niedrigeren Löhnen, eine längere Lebenserwartung – all diese Faktoren spielen für die Anlagestrategie eine wichtige Rolle. Bei der Finanzplanung wird dem aber viel zu wenig Rechnung getragen. Die Anlagelösung, die Bankberater ganz oben in ihrer Schublade haben, ist meist auf Männerbiografien ausgerichtet.

Die Folgen sind unnötig und teilweise dramatisch – Altersarmut ist nur eine davon. Jede neue Lebensphase erfordert eine Anpassung der Anlagestrategie. So ist es etwa sinnvoll, während Babypausen oder Phasen mit geringen Arbeitspensen Strategien zu wählen, die Einkommen abwerfen. Ein Portfolio mit dividendenstarken Aktien oder – für die fortgeschrittene Anlegerin – hochverzinslichen Bonds peppt das Einkommen auf. Es ist wichtig, in diesem Lebensabschnitt investiert zu bleiben und nicht Kapital aus dem Anlagevermögen zu verbrauchen. Gleichzeitig ist die Risikofähigkeit junger Mütter geringer, weshalb ein ausgewogenes Portfolio gewählt werden sollte.

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Frauen benötigen keine anderen Finanzprodukt als Männer. Solide Aktien und gewinnbringende ETFs machen sich sowohl in Portfolios weiblicher als auch männlicher Investoren gut. Wenn Ihnen also jemand einen pinken Fonds oder Aktien von Luxusgüterfirmen – «weil Sie ja auch Designerhandtaschen mögen» – andrehen möchte, dann suchen Sie möglichst schnell das Weite. So etwas brauchen Sie nicht! Was Sie benötigen, sind massgeschneiderte Anlagestrategien für jede Lebensphase. Das alles gilt natürlich auch für Männer – einmal abgesehen von den Babypausen.