Die Krise in der Gastronomie scheint dramatisch. Gastrosuisse-Präsident Casi­mir Platzer warnte jüngst: «Zwei von fünf Betrieben könnten das nächste Halbjahr nicht überstehen.» Zumindest in urbanen Gebieten weichen immer mehr Konsumenten auf eine Alternative aus: Sie gehen vielleicht weniger ins Restaurant, bestellen dafür aber öfters Essen nach Hause. Entsprechend steigt die Anzahl an Restaurants, die ihre Menüs auf den Lieferplattformen anbieten.

2020 hätten sich in der Schweiz mehr als 1000 Restaurants allein bei Uber Eats angeschlossen, heisst es bei dem US-Unternehmen. Insgesamt sind es nun 2300. Wenn es um die Veröffentlichung von Zahlen geht, ist Uber Eats zurückhaltend. So viel verrät der Dienst jedoch: Restaurants hätten im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr ihre Umsätze auf der Plattform um mehr als 600 Prozent gesteigert.

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Wie viel den Restaurants dabei unter dem Strich bleibt, ist unklar. Aus der Branche ist zu hören, dass sie eine Kommission von 30 Prozent abgeben.

Grösse des Liefergebiets hat sich verfünffacht

Dieses Jahr dürfte schweizweit der Umsatz von Lieferdiensten wie Uber Eats, Eat.ch, Smood.ch oder Takeaway.com auf 680 Millionen Franken steigen, wie eine Schätzung des E-Food-Experten Dominique ­Locher zeigt.

Dem Trend widersetzen wollen sich viele Gastronomen trotz der hohen Abgaben nicht. Allein in Zürich, wo Uber Eats am schnellsten wächst, hat sich die Zahl an Restaurants zuletzt verdoppelt und die Grösse des Liefergebiets verfünffacht.

Ins­gesamt ist die Plattform inzwischen in 17 Schweizer Städten aktiv – von Lausanne bis St. Gallen.