Wer bei der Postfinance über 250’000 Franken hat, bezahlt auf allem, was darüber liegt, 1 Prozent pro Jahr. So ist der aktuelle Stand, die Regelung gilt seit Dezember. Es gibt aber auch Ausnahmen: Wenn man nicht nur Liquidität auf dem Sparkonto hat, sondern auch weitere Produkte von Postfinance nutzt, erhöht sich der Grenzwert auf 500'000 Franken.

Nun aber erhielten viele Postfinance-Kunden einen weiteren Brief: Ab März beträgt der Negativzins nur noch 0,75 Prozent, wobei das Institut dies «Guthabengebühr» nennt. Konkret findet die erstmalige Belastung am 15. April 2020 statt.

Auf der anderen Seite wurden die Kriterien verschärft, um den höheren Schwellenwert von 500'000 Franken zu erreichen – so muss man nun mindestens 25'000 Franken als Anlagevermögen eingesetzt haben, über eine Lebensversicherung verfügen oder eine Hypothek haben.

«Marktkonformer Preis»

Als die Postfinance auf Anfang Dezember ihre Schwelle von 500’000 auf 250’000 Franken senkte, erklärte sie, «eine tiefe vierstellige Zahl» von Kunden sei davon betroffen. Wieviele Kunden nun – nach der neuen Regelung – eine «Guthabengebühr» bezahlen werden, gibt das Institut nicht bekannt: Es sei weiterhin eine tiefe Zahl, heisst es – ein «tiefer einstelliger Prozentsatz».

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Postfinance-Sprecher Johannes Möri erklärt, dass durch die Zinsverschiebung die von der Guthabengebühr betroffenen Kundinnen und Kunden «ein Stück weit entlastet werden sollen». Die 0,75 Prozent seien heute ein «marktkonformer Preis».

Tatsächlich pendeln die bislang bekannt gegebenen Minuszins-Sätze in der Schweizer Bankbranche eng um diese Marke. Es wagte sich sonst noch kein Institut an die –1-Prozent-Grenze.

(rap)