Anleger haben es derzeit wahrlich nicht leicht. Seit Mitte Februar stürzen die Börsen weltweit ab. Ein Boden scheint trotz einzelner Rebound-Bewegungen noch nicht gefunden: Es ist eine regelrechte Achterbahnfahrt.

Doch nicht nur Aktienwerte leiden. Auch der Ölpreise krachte wegen des Preiskriegs zwischen Saudi-Arabien und Russland in den Keller. Und selbst Gold – in allen Zeiten der gefragteste sichere Häfen – liess die Anleger zuletzt im Stich.

Wie soll man sich in solchen Phasen verhalten? Eine Möglichkeit ist, sich anzuschauen, was Börsen-Gurus in diesen Tagen tun. 

Mark Mobius: Tech-Titel und Gold

Mark Mobius, bekannt als «Altmeister der asiatischen Aktie» und Mitgründer von Mobius Capital Partners, sieht auch in der Corona-Krise vielversprechende Investments. So empfiehlt er die Aktien von Alibaba zum Kauf. Der chinesische Onlinegigant ist an der New Yorker Börse gelistet und baut seine globale Präsenz laufend aus.

Ein Einstieg könnte laut Mobius bald interessant werden, da der japanische Telekommunikations- und Medienkonzern Softbank Aktien im Wert von 14 Milliarden Dollar verkaufen will. Der Preis für die Aktie könne dadurch attraktiver werden, wie Mobius diese Woche auf «Bloomberg TV» sagte.

Mobius antizipiert zudem eine kommende Goldstärke. Die jüngsten Verkäufe im Gleichschritt mit Aktien und Öl seien ein Zeichen von Panik. Jetzt sei der Zeitpunkt für Anleger, Gold zu halten oder sogar die Goldbestände zu erhöhen, so Mobius.

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Ray Dalio: Wette gegen Europa

Ray Dalio wurde von der Corona-Krise auf dem falschen Fuss erwischt. Dies gab der Gründer des weltweit grössten Hedgefonds Bridgewater Associates auch offen zu. Sein Vorzeigefonds Alpha verlor seit Jahresbeginn mehr als 20 Prozent. Skurril ist, dass Ray Dalio Ende Januar die Konsequenzen der Corona-Krise eigentlich vorhersah. Und dass er es war, der im August letzten Jahres prognostizierte, ein massiver Trendwechsel an den Märkten sei «pretty close».

Dalio sah unter anderem eine «Flucht in den Qualitätsmarkt» kommen – genau das ist eingetreten. Sein Fehler: Er beschränkte seinen Befund auf Asien. Dass die Krise auch Europa und die USA voll erfassen würde, sah er nicht kommen.

Mittlerweile warnt er inständig vor den Auswirkungen des neuen Coronavirus. So glaubt er, dass die Politiker die wahren Auswirkungen herunterspielten, um eine Panik zu vermeiden. Dementsprechend hat der Hedgefondskönig nun auch reagiert. Er geht mit 14 Milliarden Dollar Leerverkaufspositionen in Europa-Aktien ein. Das geht aus von «Bloomberg» ausgewerteten Mitteilungen zwischen dem 9. und 12. März hervor.Dalio setzt darauf, dass die Aktienkurse europäischer Unternehmen angesichts der Corona-Pandemie weiter sinken werden. Unter anderem wettet er eine Milliarde Dollar gegen das deutsche Softwareunternehmen SAP sowie 715 Millionen gegen den Halbleiterausrüstungs-Hersteller ASML.

Warren Buffett: Zeit zur Schnäppchenjagd

Warren Buffett gibt sich in der Corona-Krise gegen aussen ganz cool. Die Investorenlegende sieht die Krise als Möglichkeit, «attraktive Schnäppchen» zu ergattern. Buffetts Credo, für gute Firmen einen günstigen Preis zu bezahlen, lässt sich derzeit natürlich besser umsetzen als noch vor sechs Wochen. An finanziellen Mitteln fehlt es dem «Orakel aus Omaha» jedenfalls nicht. Seine Gruppe Berkshire Hathaway verfügt derzeit über finanzielle Mittel in Rekordhöhe von 128 Milliarden Dollar.

Buffett gehört eindeutig nicht in die Kategorie der Weltuntergangs-Propheten. So glaubt er zwar auch, dass die Pandemie den Fortschritt in den USA und weltweit unterbrechen könnte. «Doch den Fortschritt des Landes oder der Welt wird es nicht aufhalten können», so Buffett einem Interview mit «Yahoo» letzte Woche. Laut der Anlageberatungsfirma «The Motley Fool» setzt Buffett in der Corona-Krise auf diese drei Aktien: Apple, Bank of America und Southwest Airlines.

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Carl Icahn: Zerfall der US-Immobilienpreise?

Der Grossinvestor und Milliardär wird gern auch als Corporate Raider bezeichnet – oder anders: Heuschrecke. Momentan wettet Carl Icahn hingegen auf den Zerfall der US-Immobilienpreise im kommerziellen Bereich. Insgesamt fünf Milliarden Dollar setzt er darauf, dass grosse Einkaufszentren wegen ihrer Schulden Konkurs gehen.

Der Coronavirus-Ausverkauf an den Aktienmärkten hat einige Aktien sehr günstig gemacht. Im CNBC-Interview vom 14. März verrät der Starinvestor, wo er im Ausverkauf schon zugelangt hat: Nämlich beim Erdöl- und Erdgaskonzern Occidental Petroleum, beim Autovermieter Hertz und beim PC- und Druckerhersteller HP.

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Jim Rogers: Fokus auf Asien

Für die Investorenlegende Jim Rogers ist klar, dass die Folgen der Corona-Krise noch nicht ausgestanden sind. Für die Realwirtschaft sei hauptsächlich die panische Reaktion der Menschen auf das Virus das Problem, sagte er in einem Interview mit der Finanzplattform «Kitco News» vom 9. März. Rogers vermutet, dass die Corona-Krise eine Rezession hervorrufen wird.

In einem Bärenmarkt gehe nun einmal alles nach unten, inklusive Gold, so Rogers. Trotzdem sei jetzt der Zeitpunkt gekommen, um in Gold oder Silber einzusteigen. Bei Aktien sieht Rogers vor allem in Asien Potenzial. Momentan seien vor allem asiatische Fluggesellschaften interessant. Denn: Diese seien brutal in Mitleidenschaft gezogen worden und besässen nun grosses Aufholpotenzial, so Rogers.

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David F. Swensen: Antizyklischer Käufer

David F. Swensen wurde berühmt, weil er Vermögen der Yale University um mehr als 16 Milliarden Dollar vermehren konnte. Seine regelmässig überdurchschnittlich hohe jährliche Kapitalrendite zieht die Aufmerksamkeit vieler Wall-Street-Manager auf sich.

Sein Ratschlag jetzt: Wenn jemand dem menschlichen Impuls, in der Krise zu handeln, nachgeben will, dann sollte er das Portfolio neu gewichten: «Verkaufen, was gewinnt, kaufen, was verliert. Dieses Konzept ist sehr machtvoll.»

Das sagte Swensen dem öffentlichen US-Radio NPR am 11. März. Dafür gab er ein einfaches Beispiel: Wenn die Aktien im Wert fallen und die Staatsanleihen zulegen, dann sollte man Staatsanleihen verkaufen und Aktien zukaufen. Er rät also zum klassischen antizyklischen Investieren.

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