Die Altersvorsorge der Schweizerinnen und Schweizer ist bekanntlich auf drei Säulen abgestützt. Das sichere langfristig möglichst hohe Renten, schreibt die UBS in einer neuen Studie. Die Schweiz tue daher auch gut daran, die Vorsorgerisiken weiterhin auf die drei Säulen zu verteilen, heisst es. Allerdings sieht die Grossbank auch Reformbedarf.

2. und 3. Säule profitieren vom Kapitalmarkt

In der Studie haben die UBS-Ökonomen das Renditepotenzial der drei Vorsorgesäulen untersucht. Die Analysen zeigen, dass die 2. und 3. Säule ein ähnlich starkes künftiges Renditepotenzial aufweisen. Sie profitierten vom Kapitalmarkt als «drittem Beitragszahler», könnten höhere Renten für geringere Beiträge daher längerfristig finanzieren als die 1. Säule. Allerdings seien sie auch grösseren Schwankungen ausgesetzt als die 1. Säule, weshalb letztere einen wichtigen Beitrag zur Existenzsicherung leiste.

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Für die zweite Säule orientiert sich die UBS an einem von der Bank Pictet berechneten Index mit 40 Prozent Aktienanteil als Richtmass für die Renditeentwicklung. Dieser Index habe seit 1985 um Inflation und Gebühren bereinigt durchschnittlich eine reale jährliche Kapitalmarktrendite von 4,75 Prozent geliefert und verspreche auf Basis der UBS-Annahmen in Zukunft etwa 2,1 Prozent Nettorendite pro Jahr.

In der dritten Säule waren die Anlagemöglichkeiten in der Vergangenheit stark eingeschränkt. Nachdem zunächst nur das 3a-Konto existierte, wurde der Markt erst in den letzten fünf bis zehn Jahren liberalisiert und beispielsweise Aktienanlagen möglich. Unter Beachtung der Anlagerestriktionen schätzt die UBS die jährliche Nettorendite seit 1985 in der Säule 3a auf circa 2 Prozent und erwartet für die Zukunft ein ähnlich hohes Renditeniveau.

AHV als sicherer Anker mit niedriger Rendite

Die 1. Säule, also die AHV, schneidet in der Renditebetrachtung am schlechtesten ab. Als umlagefinanziertes Gefäss misst die UBS das ökonomische Potenzial anhand des Wachstums der Anzahl Beitragszahlender und dem Lohnwachstum. Dabei spielten auch Beitragssätze und Beitragszeit eine Rolle. Gemessen an diesen Parameter habe die AHV in der Vergangenheit pro Jahr etwa 1,2 Prozent an Nettorealrendite erzielt und für die Zukunft sei mit einer Rendite von 1 Prozent zu rechnen, so die UBS.

Damit das 3-Säulen-Vorsorgesystem auch zukünftigen Generationen einen sicheren Ruhestand bieten könne, brauche es dringend Reformen, appellieren die UBS-Ökonomen an die Politik. Unter dem Strich argumentieren sie für eine ausgewogene Risikoverteilung, sprich ein Mix aus staatlicher, beruflicher und freiwilliger Vorsorge. Aber natürlich auch dafür, dass die Risiken nicht nur über drei Säulen, sondern auch fair über die Generationen verteilt sind. (awp/hzi/mig)