Welche Standards sollen für die Risikobewertung von autonomen Fahrzeugen gesetzt werden und wie lässt sich das versichern? Vor diesen grundsätzlichen Fragen steht die Versicherungsbranche. Swiss Re hat dazu nun eine Kooperation mit Waymo Autonome Fahrzeuge angekündigt. Waymo ist eine Tochtergesellschaft von Alphabet, früher bekannt als Google Self-Driving Car Project.

Die Forschungskooperation zielt laut einer Mitteilung von Swiss Re darauf ab, modernstes Risiko- und Technologiewissen zwischen den beiden Unternehmen auszutauschen, um der Branche den Weg zu einem Standard für die Bewertung von Risiken der autonomen Mobilität zu ebnen. Angenommen wird, dass der sichere Einsatz von Autonome Fahrzeugtechnologie den Mobilitätsbereich revolutionieren könnte, indem er die Verkehrssicherheit erhöht und neue Geschäftsmodelle fördert. Die Versicherungsbranche verfüge jedoch möglicherweise nicht über die richtigen Kenntnisse und Daten, um dieses neuartige Risiko zu bewerten, stellt Swiss Re fest. 

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Starke Veränderung der Risikobewertung erwartet

Autonome Fahrzeuge werden nach Einschätzung des Rückversicherers wahrscheinlich zu einer erheblichen Verschiebung der Merkmale der Risikobewertungsfaktoren führen, von fahrerzentriert zu fahrzeugzentriert. Es wird erwartet, dass traditionelle Versicherungsparameter vernachlässigbar werden, und der Mangel an Schadendaten die Konzeption alternativer Risikobewertungsmethoden zur Pflicht werden lässt. 

Die Zusammenarbeit zwischen Swiss Re und Waymo zielt darauf ab, diese Fahrzeuge zu untersuchen, ihr Verhalten zu verstehen und dieses in Risiko- und Konstruktionsdaten zu übersetzen. Gefördert werden soll weltweit der sichere Einsatz und die Akzeptanz von autonomen Fahrzeugen. Dies soll sich spürbar positiv auf die Verkehrssicherheit auswirken  und die Versicherungsbranche in die Lage versetzen, ihre Preise und Deckungen an die Bedürfnisse dieser Technologie anzupassen.

«Technologieunternehmen für autonomes Fahren wie Waymo machen in ihrer Mission, die Strassen sicherer zu machen, Fortschritte. Daher erwarten wir, dass es weniger Schadendaten geben wird, die in bestehende Underwriting- und versicherungsmathematische Modelle einfliessen. Dies erfordert eine Weiterentwicklung der traditionellen Methoden und die Nutzung neuer Datenquellen. Sowohl Waymo als auch Swiss Re sind führend in ihren Bereichen und gut positioniert, um diese Probleme für unsere jeweiligen Branchen zu lösen», äusserte sich Tilia Gode, Head of Risk & Insurance bei Waymo, zur Kooperation.

Paradigmenwechsel in der Motorfahrzeugversicherung

«Unsere Vision ist es, die Welt widerstandsfähiger zu machen und dazu beizutragen, die Schutzlücke zu schliessen. Durch die Zusammenarbeit mit Waymo setzen wir unsere Arbeit daran fort, die Versicherung von autonomen Fahrzeugen zu ermöglichen und damit zur Schaffung von sicheren Strassen beizutragen. Dies ist von grosser Bedeutung für die Branche, die schon bald einen grossen Paradigmenwechsel in ihrem grössten Risikopool, der Motorfahrzeugversicherung, bewältigen muss», sagte Pranav Pasricha, Global Head of P&C Solutions. (pm/hzi/mig)