Die Furcht vor einer weiteren Zuspitzung des Handelskonflikts zwischen den USA und China drückte am Montag die Börsen nach unten. Um den Absturz des Yuan zu begrenzen, unternahm die chinesische Regierung erste Schritte. Den globalen Finanzmärkten verleiht dies nun wieder eine gewisse Stabilität.

Die chinesische Zentralbank hat am Dienstag das tägliche Währungsfixing stärker als erwartet festgelegt und den geplanten Verkauf von Yuan-Anleihen in Hongkong angekündigt. Nur Stunden nachdem die USA das Land als Währungsmanipulator bezeichnet hatten, stieg der Yuan um 0,1 Prozent infolge der Massnahmen. Zuvor hatte er den grössten Absturz seit 2015. Die Zentralbank wies auch den Vorwurf zurück, dass sie den Yuan manipuliert.

«China will, dass die Währung in beide Richtungen flexibel ist, aber es will nicht, dass der Markt in Panik gerät», sagte Larry Hu, Head of China Economics bei Macquarie Securities in Hongkong. Die Zentralbank wird das Fixing marktbasierter sein lassen, es sei denn, sie muss das Vertrauen in die Währung wiederherstellen, sagte er.

Yuan unter 7 pro Dollar

So erlaubte die Zentralbank, dass die Währung unter die Marke von 7 pro Dollar fallen konnte, denn eine schwächere Währung würde dazu beitragen, die Auswirkungen höherer Zölle auf chinesische Waren auszugleichen. In der Vergangenheit hatten die chinesischen Behörden, es zu vermeiden versucht, diese entscheidende Marke zu unterschreiten.

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In der Folge stiegen die Futures des S&P-500-Indexes um 0,3 Prozent, nachdem sie am Dienstag zuvor um fast 2 Prozent gefallen waren. Das US-Finanzministerium hatte zuvor China offiziell als Währungsmanipulator bezeichnet. Daraufhin ging der MSCI Asia Pacific Index um die Hälfte auf 1 Prozent zurück, der Yen rutschte um 0,5 Prozent ab. 

Die Zentralbank legte ihren täglichen Referenzzinssatz auf 6,9683 pro Dollar fest und übertraf damit die Prognose von 6,9871 in einer Bloomberg-Studie unter 19 Händlern und Analysten. Der Yuan notierte zuletzt bei 7,0408 pro Dollar, während der Offshore-Kurs um 0,3 Prozent auf 7,0766 stieg.

Chinas Zentralbank wird am 14. August in Hongkong 30 Milliarden Yuan (4,2 Milliarden Dollar) an Banknoten verkaufen, kündigte die Zentralbank an. Dieser Schritt führt in der Regel zu einer Liquiditätsentlastung im Ausland, wodurch es teurer wird, die chinesische Währung zu shorten.

Trumps Tweet

Die Beschuldigung als Manipulator durch die USA folgte einer Erklärung des chinesischen Notenbankchefs Yi Gang, dass seine Nation den Yuan nicht als Instrument zur Beilegung von Handelsstreitigkeiten einsetzen werde. «Ich bin zuversichtlich, dass der Yuan trotz der jüngsten Schwankungen inmitten externer Unsicherheiten eine starke Währung bleiben wird», sagte Yi in einer Erklärung. Präsident Donald Trump bezeichnete den Sturz des Yuan unter das symbolische Niveau von 7 pro Dollar in einem Tweet als Währungsmanipulation.

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Finanzminister Steven Mnuchin wird «mit dem Internationalen Währungsfonds zusammenarbeiten, um den unfairen Wettbewerbsvorteil zu beseitigen, der durch die jüngsten Massnahmen Chinas geschaffen wurde», hiess es aus dem Ministerium.

Die chinesische Notenbank sagte, dass die jüngste Yuan-Abwertung durch den Markt entschieden und nicht durch China manipuliert wurde.

Stephen Chiu, ein Stratege bei Bloomberg Intelligence sagt: «Es ist eine Botschaft an die USA - wir manipulieren die Währung nicht nach unten. Wenn die Märkte den Dollar-Yuan-Kurs noch höher treiben und ausser Kontrolle bringen, glaube ich nicht, dass die chinesische Zentralbank einfach zusehen wird.»

(bloomberg/mlo)