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Verrückt
Euro fiel wieder deutlich unter Paritätsgrenze

Der Eurokurs ist auf Berg- und Talfahrt. Nach einem gewaltigen Rutsch sah es zunächst nach Erholung aus. Am Abend durchbrach die Gemeinschaftswährung dann wieder die Grenze nach unten.

Von Marc Iseli
am 16.01.2015

Das Währungspaar Euro-Franken tanzt auch weiterhin einen absolut verrückten Tango: Nach dem SNB-Schock fiel der Eurokurs um über 30 Prozent auf ein Rekordtief von 78 Rappen. Am späten Nachmittag kletterte der Euro dann wieder auf 1,05 Franken. Kurz vor 23.00 Uhr abends durchbrach die Gemeinschaftswährung jedoch wieder die Paritätsgrenze nach unten.

Der Franken verlor innert kürzester Zeit mehr als drei Rappen und sank deutlich unter die Grenze von 1,00 Euro je Franken. Kurz vor 23.00 Uhr pendelte der Kurs zwischen 0,97 und 0,98 Euro pro Franken, um dann wieder Kurs auf die Paritätsgrenze zu nehmen. In wenigen Minuten verlor und gewann das Währungspaar drei Rappen.

Auch Dollar-Franken spielt weiter verrückt

Die SNB hatte den im September 2011 festgesetzten Mindestkurs von 1,20 Franken zum Euro aufgehoben. Durch die Käufe von Wertpapieren aus der Eurozone hatte die Zentralbank den Euro tendenziell auch zu anderen Währungen gestützt. Daher geriet der Eurokurs nun auch zum Dollar stark unter Druck. Im New Yorker Handel pendelte er sich um 1,16 US-Dollar gependelt. Zum Berichtszeitpunkt kostet der Euro 1,1632 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs noch auf 1,1708 (Mittwoch: 1,1775) Dollar festgesetzt.

Auch der US-Dollar hat zum Schweizer Franken nach Europaschluss wieder etwas an Wert eingebüsst und steht nun bei 0,8578 Franken, nachdem er am späten Nachmittag über die Marke von 0,90 geklettert ist. Allerdings ist der Greenback in einer Erstreaktion auf den Entscheid der SNB kurz vor Mittag bis auf 0,70 zurückgefallen.

Folgen für die Wirtschaft

Wo sich der Kurs einpendeln wird, ist derzeit kaum auszumachen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Bakbasel hat jedenfalls mal ausgerechnet, was es bedeuten würde, wenn sich der Wechselkurs zum Euro bei 1,05 Franken einpendeln würde. Das Ergebnis: 1,5 bis 2 Prozentpunkte weniger Wachstum bis Ende 2016. Gleichzeitig werde die Arbeitslosigkeit ansteigen und 2016 im Durchschnitt bei 3,6 bis 3,8 Prozent anstelle von 3,1 Prozent liegen.

(Mit Material von AWP)

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