Bei der grossen Frage im Immobilienmarkt ist die Antwort derzeit klar: Es ist fast überall günstiger, seine Wohnung oder sein Haus zu besitzen, statt Miete zu bezahlen. Die Eigentumswohnung kommt fast ein Fünftel günstiger als eine Mietwohnung, wenn alle Kosten berücksichtigt werden, wie die Credit Suisse berechnet hat. Kaufen schlägt Mieten vor allem wegen der tiefen Hypothekarzinsen – die Traumwohnung lässt sich äusserst günstig finanzieren. An diesen tiefen Zinsen dürfte sich so schnell nichts ändern. Kaufen wird also voraussichtlich noch lange rentieren.

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Teure Zentren: In Bern und Zürich werden hohe Preise verlangt.

Quelle: Credit Suisse

Es rechnet sich also, in den eigenen vier Wänden zu leben. Und doch wird der Anteil der Eigentümer heuer wohl erstmals seit langem sinken. Denn hierzulande können sich viele ein Haus oder eine Wohnung gar nicht leisten. Weil die Preise besonders in den Zentren hoch sind. Und weil die Banken die Hypotheken nicht freigiebig vergeben: Nur wer die Immobilie auch mit dem sogenannten kalkulatorischen Zinssatz finanzieren kann, erhält einen Bankkredit. Besonders junge Erwachsene haben häufig ein zu tiefes Einkommen, um diese künstliche Hürde zur Hypothek zu überwinden.

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Hinzu kommt die tiefe Bautätigkeit. Die Immobilienbranche baut aktuell lieber Mietwohnungen – es kommen weniger neue Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser auf den Markt. Im Moment gibt es einen Viertel weniger Baubewilligungen für Eigentumswohnungen als im Schnitt der letzten Jahre. «Die Nachfrage ist stark gedämpft», sagt CS-Experte Thomas Rieder.

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Kurze Pendelzeiten: Hausbesitzer haben länger bis zum Arbeitsplatz.

Quelle: Credit Suisse

Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen will, muss häufig ein Objekt abseits der Zentren suchen – und dadurch längere Arbeitswege in Kauf nehmen. In der Stadt Zürich pendelt die Hälfte aller Mieter 30 Minuten oder weniger pro Arbeitsweg. Von den Hausbesitzern geniesst nur knapp ein Drittel einen so kurzen Arbeitsweg.

(mbü)