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Geldanlage
Diese Finanzentscheide würden Sie bereuen

Finanzielle Fehlentscheidungen können teuer werden – und im Zweifel über Jahrzehnte nachwirken. Wer diese sieben Wegmarken beachtet, ist auf der sicheren Seite.

Von Tim Lemke und Birgit Haas («Business Insider Deutschland»)
am 09.05.2016

Wir machen alle dumme Sachen mit unserem Geld, besonders, wenn wir jung sind. Die meisten Fehler haben keine schlimmen Auswirkungen und beschäftigen uns nicht lange. Aber es gibt eine Handvoll finanzieller Entscheidungen, die langfristig negative Folgen haben können. Niemand ist perfekt, aber wenn Sie diese Fehler vermeiden, die die Kollegen von «Wise Bread» zusammengestellt haben, sind Sie finanziell gut aufgestellt:

Sie versäumen, früh mit dem Sparen anzufangen

Je früher Sie mit dem Investieren beginnen, desto besser sind Sie finanziell aufgestellt, weil Ihre Geldanlage Zeit zum Wachsen hat. Legen Sie im Alter zwischen 45 und 60 Jahren 500 Franken pro Monat beiseite, können Sie am Ende 161'000 Franken haben. Zumindest, wenn man von einem jährlichen Gewinn von 7 Prozent ausgeht. Der ist derzeit in Europa aber nur schwer zu schaffen.

Aber wenn Sie schon im Alter von 30 Jahren starten, könnte Ihr Vermögen sich bis zum 60. Geburtstag auf 606’000 Franken summieren. Und was ist, wenn Sie im Alter von 20 Jahren starten? Dann hätten Sie unter optimalen Bedingungen sogar 1,28 Millionen Franken.

Sie kaufen ein Haus, das Sie sich nicht leisten können

Es gibt viele Gründe, warum Wirtschaft und Aktienmarkt 2007 und 2008 in der Krise steckten. Eine der Hauptursachen waren jedoch die vielen faulen Häuserkredite in den USA, die die Menschen nicht zurückzahlen konnten. Heutzutage vergeben die Banken keine Kredite mehr an Menschen, die für die Rückzahlung mehr als 28 Prozent ihres Gehalts aufwenden müssten oder deren Schulden-zu-Einkommen-Verhältnis bei mehr als 43 Prozent liegt.

Sollten Sie diese Kennzahlen überschreiten, wäre ein Hauskauf ein grosses Risiko: Pfändung und Insolvenz könnten drohen. Also überlegen Sie sich das mit den eigenen vier Wänden besser noch einmal.

Sie überziehen Ihr Konto oder die Kreditkarte

Schulden stinken und Kreditkarten- oder Girokonto-Schulden sind die schlimmsten von allen. Die Zinsen sind so hoch, dass sie Ihre Schuldensumme erheblich vergrössern: Die meisten Banken verlangen laut Moneyland in der Schweiz zwischen 9 und 12 Prozent. Für 100 Franken, die das Konto im Minus ist, zahlen Sie also jährlich zwischen 9 und 12 Franken.

Diese Extra-Belastung macht es schwieriger, auf andere Dinge zu sparen. Ausserdem schadet es Ihrer Bonität, und das hat Folgen, wenn Sie wirklich mal eine Immobilienfinanzierung brauchen. Wenn Sie sich angewöhnen, Ihre Kreditkarten-Schulden jeden Monat zurückzubezahlen, ist das gut. Falls Sie das nicht schaffen, sind das die ersten Kredite, die Sie abbezahlen sollten.

Sie wählen eine teure Ausbildung

Bevor Sie sich für eine Ausbildung oder ein Studium entscheiden, rechnen Sie besser mal durch, was Sie das alles kosten wird und woher Sie Unterstützung erhalten. Beachten Sie dabei auch die Lebenshaltungskosten am Studienort und schauen Sie sich ebenfalls die Studiengebühren pro Semester an. Gibt es gute Jobmöglichkeiten vor Ort?

Falls Sie dennoch Schulden aufnehmen müssen, bemühen Sie sich um ein Darlehen, einen Studienkredit oder ein kantonales Stipendium. Diese haben bessere Bedingungen als ein normaler Bankkredit.

Sie bürgen für den Kredit einer unzuverlässigen Person

Irgendwann kann es passieren, dass Sie ein Freund oder ein Verwandter darum bittet, für seinen Kredit zu bürgen, weil derjenige den Kredit sonst nicht erhalten würde. Sie sollten zu solchen Anfragen immer «Nein» sagen. Denn Sie müssten den Kredit zurückzahlen, wenn die andere Person ihren Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Das kann zu einer finanziellen Belastung werden und Ihrer Bonität schaden.

Falls der Bittsteller jemand ist, den Sie lieben, leihen Sie das Geld lieber direkt oder finden Sie einen risikolosen Weg, um zu helfen.

Sie legen zu wenig fürs Alter zur Seite

Wenn Sie denken, dass es vollkommen ausreicht, wenn Sie oder Ihr Arbeitgeber in die Rentenversicherung einzahlen, haben Sie sich geschnitten. Ohne private Vorsorge fällt Ihre Rente vielleicht existenzsichernd aus. Aber ein genussvoller Lebensabend steht Ihnen dann eher nicht bevor.

Eine Umfrage von Marktforscher GfK hat kürzlich ergeben, dass jeder dritte Schweizer nicht privat für die Rente vorsorge. Dabei sichert die gesetzliche Rente laut Moneypark maximal 60 bis 80 Prozent des gewohnten Haushaltseinkommens. Der häufigste Grund für die mangelnde Vorsorge sei schlicht fehlendes Wisssen, ergab die Umfrage.

Sie stellen Ihre Ratenzahlungen ein

Wachsen Ihnen Ihre Schulden über den Kopf, sollten Sie Ihre Ratenzahlungen trotzdem auf keinen Fall einstellen. Senken Sie sie lieber zunächst auf ein Minimum.

Stellen Sie einfach Ihre Zahlungen ein, sinkt Ihre Bonität und Ihre künftige Kreditwürdigkeit steht auf dem Spiel. Zudem wird es nicht ohne Folgen bleiben: Die Bank wird mahnen und entsprechende Gebühren in Rechnung stellen. Schlimmstenfalls werden Sie verklagt. Im allerschlimmsten Fall (aber das ist immer noch besser, als die Zahlung einzustellen) müssen Sie Konkurs anmelden. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, mit den Gläubigern neu zu verhandeln.

Dieser Artikel ist zuerst im «Business Insider Deutschland» erschienen, unter dem Titel «Acht Finanzentscheidungen, die ihr für immer bereuen würdet».

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