Neuer Rückschlag für den gebeutelten chinesischen Immobilienmarkt: Der Bauträger Shimao verpasste am Sonntag Zins- und Tilgungszahlungen für eine Anleihe in Höhe von einer Milliarde Dollar. Den Gläubigern einer an der Börse von Singapur gehandelten vorrangigen Anleihe könnten weder Kapital noch Zinsen von insgesamt 1,023 Milliarden Dollar gezahlt werden, wie das Unternehmen am Sonntag der Börse von Hongkong mitteilte.

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Es begründete dies mit «Marktunsicherheiten hinsichtlich der Refinanzierung von Schulden» und «schwierigen Betriebs- und Finanzierungsbedingungen».

Shimao beauftragte einen Finanz- und einen Rechtsberater damit, die Chancen für eine Bewältigung der Liquiditätskrise auszuloten. Gläubiger zweier Konsortialkredite haben sich den Angaben zufolge dazu bereit erklärt, dem in Geldnot geratenen chinesischen Bauunternehmen eine Atempause zu gewähren.

Immobilienverkäufe in China sind eingebrochen

Der wochenlange Corona-Lockdown in Metropolen wie Shanghai hat die chinesischen Immobilienverkäufe im April so stark einbrechen lassen wie seit 16 Jahren nicht mehr. Sie sanken wertmässig um 46,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Von Januar bis April summierte sich das Minus auf 29,5 Prozent. Die Baubranche steht allerdings nicht nur wegen der Pandemie unter Druck.

Die Regierung in Peking hat ihre Kampagne gegen Spekulanten verschärft - auch aus Sorge vor einer Immobilienblase. Zudem hat die Krise um den angeschlagenen Immobilienriesen Evergrande viele potenzielle Hauskäufer verschreckt. Diese befürchteten, dass ihre Projekte nicht fertig gestellt werden.

Um gegenzusteuern, haben seit Jahresbeginn mehr als 80 Städte Massnahmen ergriffen, um die Nachfrage anzukurbeln. Dazu gehören Subventionen, niedrigere Hypothekenzinsen und geringere Anzahlungen.

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