Die Zentralbanken in der Schweiz, Grossbritannien, den USA und China sollen mehr als 12 Milliarden Dollar in CO2-intensive Anlagen und Aktien investieren. Das schätzt die New Economics Foundation (NEF). Der Londoner Think Tank empfiehlt ihnen, diese abzustossen und Regeln für die Finanzmärkte einzuführen, welche Investitionen in klimaschädliche Sektoren unattraktiv machen.

Diese Summe an «fossilen Anlagen» entspricht in etwa dem US-Aktienportfolio der Schweizerischen Nationalbank (SNB) – den einzigen veröffentlichten Zentralbank-Investitionen in Aktien. 

Dies sei jedoch eine konservative Schätzung, räumen die Studienautoren ein. «Allein die USA, Japan oder China haben enorm viele Kohlekraftwerke. Dass sich dies in der Bilanz ihrer Notenbank widerspiegelt, ist sehr wahrscheinlich,» sagt NEF-Ökonom Frank van Lerven.

In dem Bericht geht es vor allem um Kohle als grössten Verursacher von Treibhausgas-Emissionen. Um den Temperaturanstieg unter 1,5 Grad zu halten, müssten bis 2050 der Einsatz von Kohle nahezu komplett eingestellt werden.

Zentralbanken als Beispiel

Weltweit suchen Regierungen nach Lösungen, den Klimawandel einzudämmen. Bauen Zentralbanken ihre Investitionen in die Kohleproduktion nicht auch ab, riskieren sie, auf wertlosen Anlagen sitzen zu bleiben, so die Studienautoren.

«Wenn die Zentralbanken als Beispiel voran gehen wollen, dann müssen sie zuerst bei der Kohle ansetzen», sagt van Lerven.

Die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat im Rahmen der Überprüfung der EZB-Strategie angekündigt, auch etwas gegen den Klimawandel tun zu wollen.

Van Lerven weiss, dass die Zentralbanken nicht von heute auf morgen Kohle-intensive Branchen aus ihren Bilanzen streichen können. Dieser Prozess könne nur mit Vorsicht und schrittweise geschehen.

(bloomberg/mlo/gku)

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