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In den Zentren sind Eigenheime für Familien oft unerschwinglich

Eigenheim Wohnungsbesichtigung

Wohnungsbesichtigung: In der Stadt Zürich ist für den Wohnungskauf ein grosses Budget nötig.

Quelle: Getty Images/Westend61

Selbst wer über 15'000 Franken verdient, kann sich manchenorts keine eigene Wohnung leisten. Grund: Die Regeln der Hypo-Vergabe.

Veröffentlicht am 17.06.2019

Wegen der rekordtiefen Zinsen rechnet es sich derzeit, in den eigenen vier Wänden zu leben: Eigenheimbesitzer zahlen in der Regel weniger fürs Wohnen als Mieter. Der Traum von der eigenen Wohnung lässt sich für Familien mit mittleren und tiefen Einkommen aber nicht überall verwirklichen, wie eine neue Analyse des Vergleichsportals Comparis zeigt.

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Comparis nahm die Preise von 4,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen unter die Lupe, die auf seinem Portal ausgeschrieben waren – und berechnete das Einkommen, über das Familien für den Kauf verfügen müssen. Es zeigt sich: Auch mit einem guten Einkommen können sich Familien in den Grosszentren vermutlich keine eigene Wohnung leisten.

Der Kauf scheitert oft an den strengen Regeln der Banken für die Kreditvergabe: Wer eine Hypothek will, muss den Kredit zu weit höheren Zinsen abzahlen können, als derzeit auf dem Markt verlangt werden.

Wegen dieses kalkulatorischen Zinssatzes ist ein relativ hohes Einkommen nötig, um eine Wohnung finanzieren zu können. Eine Familie mit zwei Kindern verdient in der Schweiz im Mittel brutto rund 14'000 Franken monatlich.

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Teure Grossstädte: In Basel, Zürich oder Lausanne müssen Käufer ein grosses Budget mitbringen.

Quelle: Comparis

Mit einem solchen Einkommen sind 4,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen in den Städten Zürich, Basel und Lausanne oder in den Kantonen Zug und Genf unerschwinglich. Dort reicht sogar ein Einkommen von 200'000 Franken – 16'700 pro Monat – nicht aus, um sich ein Objekt leisten zu können.

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Eine Million Franken: Mit einem Budget in dieser Höhe lässt sich in weiten Teilen der Schweiz eine Eigentumswohnung finden.

Quelle: Comparis

Doch auch in kleineren Zentren wird der Wohnungskauf schwierig: So sollten beispielsweise in Uster, Winterthur oder Affoltern Käufer monatlich 15'000 Franken verdienen. Mit diesem Einkommen können sie sich laut Comparis eine Wohnung von maximal einer Million Franken leisten. In Uster gehen 4,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen im Mittel für 990'000 Franken weg, in Winterthur wechseln sie für 858'000 Franken die Hand. In Affoltern werden für solche Objekte 895'000 Franken verlangt.
 

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850'000 Franken: Mit einem solchen Budget müssen sich Wohnungskäufer flexibel zeigen.

Quelle: Comparis

Mit einem Monatseinkommen von 12'500 Franken werden Käufer beispielsweise in Dielsdorf, Andelfingen oder Hinwil fündig: Dort liegen die Preise innerhalb des Budgets von maximal 850'000 Franken – in Andelfingen gehen Objekte zum Beispiel für 740'000 Franken weg.

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Das Minimalbudget: In weiten Teilen der Schweiz kosten Familienwohnungen über 680'000 Franken.

Quelle: Comparis

Wer nur 10'000 pro Monat verdient, muss vermutlich in andere Kantone ausweichen: Mit einem solchen Einkommen liegt das Budget bei maximal 680'000 Franken, und damit über den Preisen, die beispielsweise in Olten SO (640'000 Franken) oder Brugg AG (679'000 Franken) verlangt werden.

Noch mehr Auswahl haben Käufer  in Frauenfeld TG oder Toggenburg SG, wo Wohnungen im Mittel nur 623'000 beziehungsweise 628'000 Franken kosten.

(mbü)