Um der Inflation entgegenzuwirken, erhöht die Schweizerische Nationalbank SNB den Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf minus 0,25 Prozent, wie die SNB am Donnerstag mitteilt. Die Zinsänderung gilt ab Freitag, 17. Juni 2022. 

Die straffere Geldpolitik soll verhindern, dass die Inflation in der Schweiz breiter auf Waren und Dienstleistungen übergreift. Es sei nicht auszuschliessen, dass in absehbarer Zukunft weitere Zinserhöhungen nötig werden, um die Inflation auf mittlere Frist im Bereich der Preisstabilität zu stabilisieren.

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Um für angemessene wirtschaftliche Bedingungen zu sorgen, ist die Nationalbank zudem bei Bedarf bereit, am Devisenmarkt aktiv zu sein, wie es weiter heisst. Die SNB hatte 2021 für 21,1 Milliarden Franken Fremdwährungen gekauft. 

Freibetragsfaktor wird von 30 auf 28 gesenkt

Die Nationalbank passt ausserdem per 1. Juli den Freibetragsfaktor an. Dieser dient zur Berechnung der vom Negativzins befreiten Sichtguthaben der Banken bei der SNB.

Er wird von 30 auf 28 gesenkt. Damit werde sichergestellt, dass die kurzfristigen besicherten Geldmarktzinsen in Franken nahe am SNB-Leitzins liegen.

Damit hat die SNB erstmals seit 15 Jahren die Zinsschraube wieder etwas angezogen. Im Januar 2015 hatte sie den Leitzins gleichzeitig mit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses auf das rekordtiefe Niveau von minus 0,75 Prozent gesenkt.

Negativzinsen hatte die SNB am 18. Dezember 2014 eingeführt, indem sie Guthaben auf ihren Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag überstiegen, mit einem Zins in Höhe von minus 0,25 Prozent belastete.

US-Notenbank hat Leitzins zum dritten Mal erhöht

Am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed zum dritten Mal seit Beginn der Coronavirus-Pandemie den Leitzins erhöht. Durch die Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte liegt er nun bei einer Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wiederum will erst im Juli ihre Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte anheben. Diese wäre dann die erste Erhöhung seit über einem Jahrzehnt.

Von Bullen und Bären

Es ist der ewige Zweikampf auf dem Börsenparkett: Bulle gegen Bär. Der Bulle steht für Hausse, der Bär für Baisse. Der eine symbolisiert steigende Kurse, der andere sinkende. Aber was ist die Geschichte dahinter? Was ist der Ursprung des Sinnbildes? Wie kamen der Bulle und der Bär auf das Parkett?

Sicher ist: Das Begriffspaar hat eine lange Historie. Sie geht möglicherweise bis ins 17. Jahrhundert zurück. Mehr lesen Sie hier.

(bsc/AWP)