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Handelsdaten
Ebbe im Frachtverkehr: Ein Warnsignal für den Welthandel

Port of Miami, Maersk Line, arriving cargo container ship. (Photo by: Jeffrey Greenberg/UIG via Getty Images)
Ein vollbeladenes Containerschiff am Hafen von Miami. Quelle: ©JeffreyGreenberg@aol.com

Die Logistik-Riesen schickten im Februar spürbar weniger Seefracht um die Welt. Insbesondere in den US-Häfen kamen weniger Güter an.

Veröffentlicht am 03.04.2019

Der Rückgang könnte ein Warnsignal für die Entwicklung des Welthandels sein, sagen Experten – denn in den Vormonaten hatte sich noch ein anderes Bild geboten. Diverse Organisationen erwarten nun einen Rückgang des globalen Handels

Konkret: Im vergangenen Jahr konnten die grossen Logistikkonzerne im Geschäft mit den USA noch grosse Zuwächse verbuchen. Noch orderten die Amerikaner verstärkt Kleidung, Auto-Teile, Chemikalien oder Möbel – auch vorausschauend. Die Menschen wollten angesichts des von Präsident Donald Trump begonnenen Handelsstreits mit China erhöhte Zölle antizipieren.

Rückgang bei allen: DB, FedEx, Kühne + Nagel

Nun hat sich das Bild verändert: Die US-Importe über die Seefracht seien im Februar um 4,5 Prozent gesunken, ermittelte der auf die Logistik spezialisierte S&P Global Market-Datensammler Panjiva. Dies sei der erste Rückgang seit zwei Jahren.

Die Frachtsparten der grossen Logistik-Konzerne hätten dies zu spüren bekommen – so sei bei der Deutschen Post DHL das Seefracht-Volumen in die Vereinigten Staaten um 8,6 Prozent gesunken.

Die Konkurrenz sei noch stärker erwischt worden – bei DB Schenker finde sich ein Minus von 15,5 Prozent, bei UPS sogar von 16,3 Prozent. Bei FedEx belaufe sich der Rückgang auf 14,6 Prozent. Beim Marktführer Kühne + Nagel seien es 9,3 Prozent.

«Wir gehen für 2019 weiterhin von einer stabilen Entwicklung unseres Seefrachtgeschäfts über alle Märkte hinweg aus», sagte ein DB Schenker-Sprecher. Zu Details des US-Geschäfts äusserte er sich nicht. Die Fracht-Sparte der Post sei insgesamt zufrieden mit der Entwicklung der zu transportierenden Volumina, sagte ein Sprecher.

Eintrübung bei Textilien und Basisstoffen

Das vom Konzern erhobene Handelsbarometer, welches die Entwicklung des Welthandels über drei Monate prognostizieren soll, signalisiert bei der Seefracht im Fall der USA aber eine Eintrübung. Dies gelte vor allem für Textilien und Grundstoffe für die Industrie. Die anderen Unternehmen wollten sich nicht äussern.

«Ich sehe den Rückgang noch nicht als Alarm-Zeichen», sagte Stifel-Analyst David Ross. Die Entwicklung im März könne mehr Aufschluss geben. Panjiva-Experte Chris Rogers sagte dagegen, die Daten deuteten auf eine Verlangsamung des Handels hin – die auch Europa, Süd-Korea und Japan erreichen könne.

«Der Ausblick für den Rest des Jahres scheint nicht so gut zu sein», sagte der auf Logistik-Ketten spezialisierte Berater John Haber. Der Handelskonflikt scheine Wirkung zu zeigen.

(reuters/tdr/mbü)

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