Die Wirtschaft der Eurozone hat sich im Sommer nicht ganz so stark wie erwartet vom Corona-Einbruch im Frühjahr erholt. Die Wirtschaftsleistung (BIP) lag im dritten Quartal aber um 12,6 Prozent höher als im Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg nach einer zweiten Schätzung mitteilte.

Dies ist das stärkste Wachstum seit Beginn der Aufzeichnungen 1995. In der ersten Erhebung hatte Eurostat für die Monate Juli bis September noch ein etwas stärkeres Wachstum von 12,7 Prozent gemeldet. Analysten waren von einer Bestätigung der ersten Erhebung ausgegangen.

Deutschland nur plus 8 Prozent

In den Ländern mit der Euro-Währung gab es im dritten Quartal das stärkste Wachstum in Frankreich mit 18,2 Prozent, während die deutsche Wirtschaftsleistung um 8,2 Prozent zulegte. Der Wachstumsschub im Sommer folgte einem schweren Einbruch im Frühjahr. Während der ersten Corona-Welle war das BIP im Euroraum im zweiten Quartal um 11,8 Prozent eingebrochen.

Trotz des Rekordwachstums in den Sommermonaten hat die Konjunktur in den 19 Mitgliedsstaaten der Eurozone den Corona-Einbruch nicht vollständig wettmachen können. Wie die Statistikbehörde weiter mitteilte, war die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 4,4 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Zweite Welle trübt Aussichten

Nach der starken Erholung im Sommer trübten sich die Konjunkturaussichten zuletzt wieder ein. Wegen einer zweiten Welle in der Corona-Pandemie haben viele Staaten in Europa starke Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen und damit die Wirtschaft erneut spürbar gebremst, wenn auch nicht so stark wie im Frühjahr.

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(awp/gku)