Jobben auf dem Bauernhof oder als Betreuer im Ferienlager – das Angebot für Schülerinnen und Schüler ist in der Ferienzeit normalerweise gross. Doch die Corona-Krise trifft auch diesen Teil des Arbeitsmarkts.

Auf Ferienjobs.ch, einem Stellenportal für Schüler und Studenten, werden derzeit sehr viel weniger Stellen ausgeschrieben. Die meisten Angebote werden in den Sommermonaten in sozialen Bereichen angeboten. Aber auch Restaurants und KMU suchen Aushilfen – meist für zwei bis drei Wochen. In den vergangenen Wochen sei das Angebot in der gesamten Deutschschweiz deutlich zurückgegangen, sagen die Betreiber des Portals.

Weniger Studentenjobs und Praktika

Auch viele Studenten nutzen die vorlesungsfreie Zeit im Sommer, um Geld zu verdienen, oder sie sammeln in einem Praktikum Berufserfahrung. Auf dem «Marktplatz» der Universität Zürich werden üblicherweise Hunderte Studentenjobs und Praktika vermittelt. Zwischen Anfang März und Ende Mai sei das Angebot der ausgeschriebenen Stellen – im Vergleich zum Vorjahr – um zwei Drittel eingebrochen, heisst es aus dem Alumni-Büro der UZH.

Anders sieht es auf dem Jobmarkt für Absolventen aus: Auf dem Karriere-Portal der ETH-Alumnivereinigung habe sich das Angebot der ausgeschriebenen Stellen in den vergangenen Monaten nicht verändert. Gemäss einer Umfrage unter Personalverantwortlichen schreiben viele Schweizer Unternehmen zwar derzeit weniger Stellen aus, das heisse jedoch nicht, das grundsätzlich nicht eingestellt werde. 

Sie empfehlen Absolventen und jungen Berufstätigen vor allem Initiativbewerbungen. Eins habe sich in Zeiten der Corona-Krise dennoch geändert: Firmen seien derzeit anspruchsvoller bei der Auswahl der geeigneten Kandidaten. Zudem dürften es Bewerber für ein Praktikum derzeit schwerer haben, einen Platz zu finden. Denn einige der befragten Unternehmen nehmen erst wieder Praktikanten auf, wenn sie wieder in ihren Büros arbeiten.

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Jugendarbeitslosigkeit steigt

Studentinnen und Studenten, die sich auch während des Semesters etwas hinzuverdienen oder ihr Studium gar selbst finanzieren, arbeiten häufig in der Gastronomie. Während des Lockdowns konnten sie wochenlang nicht arbeiten oder verloren den Job ganz. Die UZH hat daher einen Pandemie-Nothilfefonds für Studierende eingerichtet und unterstützt Studierende in akuter Geldnot mit bis zu 6000 Franken.

Die Corona-Krise trifft junge Arbeitnehmende ohnehin stärker: Bereits im März und April stieg die Zahl jugendlicher Arbeitsloser (im Alter von 15 bis 24) um rund 20 Prozent – viel stärker als in anderen Altersgruppen.

Experten warnen vor einem noch stärkeren Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit im Sommer: Jene Schulabgänger oder Absolventen, die in einer Rezession in den Arbeitsmarkt eintreten, hätten bis zu zehn Jahre Nachteile in Form tieferer Löhne oder Arbeitslosigkeit.

(mlo)