Die US-Notenbank (Fed) warnt vor steigendem Übermut an den Finanzmärkten. Nach Einschätzung der Währungshüter ist die aktuelle Lage zwar in vielfacher Hinsicht besser als noch vor einem Jahr zu Beginn der Corona-Krise befürchtet. In ihrem am Donnerstag präsentierten halbjährlichen Bericht zur Finanzstabilität weisen sie allerdings darauf hin, dass die Aussicht auf eine deutliche Wirtschaftserholung die Anleger auch risikofreudiger macht.

«Die Investoren sind überschwänglich und erwarten einen starken Aufschwung», erklärte Fed-Gouverneurin Lael Brainard. «Daher ist es wichtig, die Risiken für das System genau zu beobachten und sicherzustellen, dass das Finanzsystem widerstandsfähig ist.»

Gefahren durch Archegos-Kollaps

Besonders im Auge behalten will die Fed etwa den Markt der Gewerbeimmobilien. Die Pandemie könne dazu führen, dass hier die Nachfrage unter Druck gerate. Ausserdem zeigen sich die Notenbanker wachsam, was die Möglichkeit abrupter Rückschläge an den Börsen angeht. Die Kommunikation über Social Media könne starke Kursausschläge in sehr kurzer Zeit befördern, hiess es in dem Bericht. Darin wird zudem auf etwaige Gefahren aus dem Zusammenbruch des Hedgefonds Archegos verwiesen.

Die Fed unterstrich ferner die Notwendigkeit «struktureller Reparaturen» im Bereich der Geldmarktfonds. Zu Beginn der Pandemie habe es dort einen Rückkauf-Ansturm gegeben. Diese Fonds seien daher in die Notkredit-Programme der Zentralbank aufgenommen worden.

Kreditausfälle in Europa möglich

Falls sich die Corona-Krise wieder zuspitzen sollte, könnte es laut Fed zu Problemen in Europa kommen. Falls die dortigen Regierungsmassnahmen nicht ausreichen sollten, sei es möglich, dass einige wichtige Finanzinstitute «erhebliche» Kreditausfälle erleiden. Dies könne dann auch die US-Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.

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(reuters/gku)

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