Europa schneidet im diesjährigen Wettbewerbsfähigkeitsranking der IMD Business School stark ab – fünf der Top Ten sind europäische Länder. Den Spitzenplatz belegt die Schweiz vor Schweden, Dänemark, den Niederlanden und Singapur.

Nachdem die Schweiz 2020 auf Platz drei landete, hat sie nun in puncto wirtschaftlicher Leistung stark aufgeholt, vor allem bei den internationalen Investitionen und der Beschäftigung. Für den Spitzenplatz sorgen auch die Effizienz des Staates in Bezug auf öffentliche Haushalte und Institutionen.

Die Top-Volkswirtschaften, die am besten abschneiden, zeichnen sich durch ein unterschiedliches Mass an Investitionen in Innovation, diversifizierte Wirtschaftsaktivitäten und eine unterstützende öffentliche Politik aus, so die Experten des World Competitiveness Center.

Starke Wirtschaft vor der Krise

Die Stärke in diesen Bereichen vor der Pandemie erlaubte es diesen Volkswirtschaften, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise effektiver zu bewältigen, heisst es. Allgemein sind im IMD-Ranking Innovation, Digitalisierung, Wohlfahrtsleistungen und sozialer Zusammenhalt der Schlüssel zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, das heisst zu einem Spitzenplatz.

 

Verbessert hat sich die Schweizer Wirtschaft gegenüber dem letzten Ranking auch in Bezug auf die Produktivität, den Arbeitsmarkt sowie Management-Kompetenzen. Zudem führt die Schweiz das Ranking in Bezug auf ihre Infrastruktur und Bildung an; bei Gesundheit und Umwelt erreicht sie Platz drei. 

Das zweitplatzierte Schweden sticht ebenso wegen seiner Wirtschaftsleistung hervor. Das Land bleibt an der Spitze der Rangliste in den Bereichen Gesundheit und Umwelt und schneidet im Bildungswesen gut ab.

Dänemark fällt in diesem Jahr auf Platz drei zurück trotz guter Leistungen in den Bereichen internationaler Handel, gesamtwirtschaftliche Leistung und Unternehmenseffizienz (wo es den ersten Platz belegt). Der Rückgang ist auf ein relativ schlechtes Abschneiden bei der Effizienz des Staates zurückzuführen. 

Europäische Länder holen auf

Weitere europäische Länder haben sich im diesjährigen Ranking verbessert, und zwar Italien (44. auf 41.), Griechenland (49. auf 46.) und Frankreich (32. auf 29.) Portugal steigt leicht von Platz 37 auf Platz 36, während Spanien seinen Platz auf Platz 36 verliert und auf Platz 39 abrutscht.

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Das gute Abschneiden zeige, dass die europäische Länder die richtigen Strukturen haben, nämlich verlässliche private und öffentliche Sektoren sowei ein starkes Bildungswesen, um in den kommenden Jahren Wohlstand zu generieren, so die Experten des World Competitiveness Center. 

Auffällig ist, dass diejenigen Länder, welche während der Covid-Pandemie die Wirtschaft stützen, besonders gut abschneiden oder sich im Ranking verbessert haben. Besonders in der Schweiz zahlten sich die gute öffentliche Haushaltslage sowie ein gutes Gesundheitssystem aus: gesundheitliche und wirtschaftliche Auswirkungen der Pandemie konnten damit gut ausgeglichen werden.

Pharma und Banken stützen Schweizer Wirtschaft

Dass die Schweiz relativ glimpflich durch die Corona-Krise gekommen ist, liegt den Studienautoren zufolge auch an den starken Wirtschaftssektoren Pharma und Banken, für die das Arbeiten im Homeoffice problemlos möglich ist, sowie an der Tatsache, dass das stark betroffene Gastgewerbe in der Schweiz für die Gesamtwirtschaft nur eine geringe Bedeutung hat.

Das Ranking wird jährlich vom World Competitiveness Center der IMD Business School in Lausanne herausgegeben. Dazu werden statistische Daten und Umfrage unter Führungskräften in 64 Ländern ausgewertet. Die Hauptkriterien sind Wirtschaftsleistung, die Effizienz der Regierung, Unternehmenseffizienz und Infrastruktur.