Nicht mal die Omikron-Panik Ende November konnte der Aktie viel anhaben, am ersten Freitag der neuen Virus-Ängste legte Apple gegen den Trend zu. In der allgemeinen Verunsicherung wurde der Konzern aus Cupertino offenbar als eine Art «Save Haven» erachtet – und nicht mehr einfach als Tech-Aktie mit erheblichem Spekulations-Faktor.

Und so ging es weiter: In der gestrigen Erholung legte AAPL ein «All Time High» hin, einmal mehr. Der Konzern aus Cupertino wird nun mit 2870 Milliarden Dollar bewertet.

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Nach einem jahrzehntelangen Run als einer der erfolgreichsten Werte der Welt kratzt Apple also an der Marke von 3 Billionen Dollar. Das ist mehr als der Börsenwert aller deutschen Firmen. Oder der Konzerne von Grossbritannien.

Von 1000 auf 3000 Milliarden in 4 Jahren

Welche Entwicklung der iPhone-Konzern durchgemacht hat, zeigt sich auch daran, dass Apple erst vor knapp vier Jahren – als erster Konzern – die Marke von 1000 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung durchstossen hatte.

«Das ist eine phänomenale Leistung und zeigt, wie unglaublich dominant die amerikanischen Tech-Firmen sind», sagt Craig Erlam, Marktanalyst beim Trading-Unternehmen Oanda. «Und wir können noch so viel erwarten von Apple. Man fragt sich, welchen Meilenstein sie als Nächstes erreichen und wie gross sie werden können.»

Das Phantom hat kein Lenkrad: Alles, was man über das Apple-Auto weiss

Apple wurde zum wertvollsten Unternehmen der Welt dank einem stetigen Strom an Produkten, welche die Kunden in ihren Bann ziehen konnten. Und jetzt, wo die Börsen wackeln, weil man befürchtet, dass höhere Zinsen oder das Coronavirus das Wachstum untergraben könnten, erachten die Investoren den Tech-Konzern als relativ sicheren Ort, um ihr Geld zu parkieren. Denn das Umsatzwachstum von Apple ist solide, und der Konzern hat auch eine massive Liquidität.

22’000 Prozent in zwei Jahrzehnten

Seit dem Ende der 1990er Jahre brachten die Apple-Aktien eine Rendite von atemberaubenden 22’000 Prozent – das entspricht 28 Prozent pro Jahr. Der grosse US-Aktienindex, der S&P 500, lieferte im gleichen Zeitraum eine durchschnittliche Jahresrendite von 7,5 Prozent.

Einige wenige Tech-Aktien entwickelten sich noch besser – der Grafik-Chip-Hersteller Nvidia schaffte 31 Prozent pro Jahr, während der TV-Streaming-Dominator Netflix seit der Börsenkotierung 2002 jedes Jahr um 39 Prozent zulegte. Wenn es aber um die schiere Grösse geht, spielt Apple in einer anderen Liga.

Momentan liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis über 30 – derweil werden die S&P-Konzerne im Schnitt zum 22-Fachen des erwarteten künftigen Jahresgewinns bewertet.

Dennoch argumentiert Katy Huberty, eine Analystin bei Morgan Stanley, dass die Apple-Aktie unterbewertet ist – wenn man berücksichtigt, welche Einnahmenströme in den nächsten Jahren aus neuen Produkten stammen könnten, etwa aus Augmented Reality, Virtual Reality und aus dem erwarteten Apple Auto.

Apple Aktie 2017 2021

Versechsfachung in fünf Jahren: Entwicklung der Apple-Aktie von Dezember 2016 bis Dezember 2021.

Quelle: NYSE — Google

«Apple sollte von einer Flucht in die Qualität profitieren, insbesondere wenn der Schwung aus neuen Produktkategorien eingepreist wird», sagt Huberty, die ihr Kursziel am Dienstag auf 200 Dollar erhöhte. Zum Vergleich: Am Mittwoch schloss AAPL bei 175 Dollar.

Es war nicht immer so. Am Ende des Jahres 2000 lag der Börsenwert von Apple bei bloss 4,5 Milliarden Dollar und die Anleger flüchteten aus der Aktie. Das Unternehmen wurde fast nur noch zum Wert seiner Barbestände bewertet. Mitgründer Steve Jobs war 1997 wieder an die Spitze zurückgekehrt, hatte es aber bis zu diesem Zeitpunkt nicht geschafft, den Kurs zu drehen. Der iPod und das iPhone lagen noch in der Zukunft.

«Nicht zu teuer»

Heute können die Investoren gar nicht genug kriegen von dieser Aktie. Das zeigt sich auch daran, dass sich auch Allerwelts-Kleinaktionäre auf Apple stürzen. Kurzfristige Call-Optionen werden rege nachgefragt. Vier der zehn aktivsten Optionenkontrakte an den amerikanischen Börsen waren dieser Tage Calls auf den iPhone-Hersteller.

Einen weiteren Schub bekam die Aktie zuletzt noch durch einen Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Nikkei: Danach habe Apple seine Zulieferer aufgefordert, den iPhone-Output von November bis Januar hochzufahren. Dabei hatte Bloomberg noch eine Woche zuvor gemeldet, dass der iPhone-Absatz sich verlangsamt habe.

Apple ist «irgendwie an diesem optimalen Punkt, wo es nicht zu teuer ist, einen schönen Mix an Produkten und Services hat und über seine gesamte Produktelinie hinweg ein grossartiger Innovator ist», sagt Tim Ghriskey, ein Portfolio-Stratege bei der New Yorker Investment-Managementfirma Ingalls & Snyder.

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